weather-image
19°

Bürgerinitiative warnt vor Ziegenhaltung

„Ein unglaubliches Gesundheitsrisiko“

Kreis Holzminden (fhm). „Uns treibt die Sorge, was die Ziegenfabrik auf dem Heidbrink alles anrichten kann“, nennen René de Visser und Ulrike Weißenborn ihre Motivation, sich in der Bürgerinitiative Weserbogen gegen das Ziegenprojekt einzusetzen. Eine Massenhaltung von 7000 Ziegen auf dem Heidbrink sei „ein unglaubliches Gesundheitsrisiko für alle“.

veröffentlicht am 21.12.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 23:21 Uhr

270_008_4220051_bowe301_21.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Aktuell grassiere in Holland das sogenannte Q-Fieber, das in Deutschland noch nicht sehr bekannt sei. Dabei handelt es sich um eine vom Tier zum Menschen übertragbare Infektionskrankheit, die besonders von Schafen und Ziegen verbreitet werde.

Der Erreger werde über die Ausscheidung von infizierten Tieren verteilt und bleibe über Monate hinweg infektiös. Für die Tiere sei diese Krankheit relativ ungefährlich. Nur bei trächtigen Tieren komme es dadurch zu Fehlgeburten.

Allein in Holland seien im vergangenen Jahr schon 2300 Menschen davon betroffen gewesen, weshalb die Regierung jetzt eine Impfaktion angeordnet habe, berichtet de Visser aus seiner holländischen Heimat.

„In diesem Jahr ist die Zahl gestiegen“, setzt er fort. 80 Ziegenhaltungsbetriebe von insgesamt 300 seien zudem davon in Holland befallen und deshalb isoliert worden. Nach Pressemeldungen des Fernsehsenders NTV werden in den Niederlanden jetzt über 30 000 Ziegen gekeult, die von dem Fieber befallen sind.

Im Nachbarbundesland Nordrhein-Westfalen hält das Landwirtschaftsministerium das Q-Fieber „für ein rein holländisches Problem“, wie ein Pressesprecher erklärte. Das sei es aber nicht mehr, so de Visser und Weißenborn. Es gab erste Fälle in Soest. „Wir haben Angst davor, dass beispielsweise die Ziegenhaltung auf dem Heidbrink ein solches Gesundheitsrisiko sein kann, wenn nur eine Ziege davon befallen ist.“

Innerhalb der Bürgerinitiative habe die Holzmindener Tierärztin Dr. Vera Werner über die Gefahren des Q-Fiebers informiert. „Man sollte das nicht auf die leichte Schulter nehmen“, so Weißenborn und de Visser. In Holland habe sich das Fieber deshalb so schnell verbreitet, weil dort Massentierhaltung mit Ziegen betrieben werde. „Und in Holland sind schon sieben Menschen an den Folgen des Q-Fiebers gestorben“, weiß René de Visser.

Ursprünglich stamme das Fieber aus Australien und sei nach dem Herkunftsland Queensland Q-Fieber genannt worden.

„Man kann dieses Fieber nicht einfach wegreden oder als Hysterie abtun“, sagt Ulrike Weißenborn. Die Bürgerinitiative werden weiterhin auf die Gefahren aufmerksam machen, die von einer Ziegenhaltung auf dem Heidbrink ausgehen könnten. Gestern nahm die Initiative um 16 Uhr an der Kreistagssitzung im Kreishaus in Holzminden teil, um Position gegen das Ziegenprojekt auf dem Heidbrink zu beziehen.

René de Visser und Ulrike Weißenborn sind Sprecher der Bürgerinitiative Weserbogen. Sie warnen vor Massen-Ziegenhaltung.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt