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Staatsarchiv zeigt Ausstellungüber Schaumburger Wappen / 39 Gemeinden nutzen ein eigenes Symbol

Ein Siegel von 1324 dokumentiert das erste Wappen

Bückeburg. Unter dem Titel "Schaumburger Wappen - Heimatbewusstsein in Symbolen" eröffnet das Staatsarchiv am Montag, 19. Februar, eine farbenfrohe Foyer-Ausstellung, in der neben den Wappen der Landkreise die Wappen von schaumburgischen Gemeinden und Ortsteilen gezeigt werden. Wappen entstanden im Zeitalter der mittelalterlichen Ritterturniere, um den Ritter, der sich hinter der Rüstung verbarg, für den Zuschauer erkennbar zu machen. Deshalb musste das Wappen einmalig, einprägsam und unverwechselbar sein.

veröffentlicht am 16.02.2007 um 00:00 Uhr

"Für die Heimat kämpfte und starb im grossen Krieg ..." Gedenkbl

Eine derältesten Darstellungen zeigt auf einem Siegel des Grafen Adolf VII. zu Holstein-Schaumburg von 1324 einen galoppierenden Turnier-Reiter, auf dessen Schild und Fahne das Nesselblatt dargestellt ist. Trotz des Niedergangs des Rittertums am Ende des Mittelalters blieben die Wappen bis heute als beliebte Erkennungszeichen in Gebrauch, und zwar nicht nur bei Privatleuten, sondern auch bei Firmen oder öffentlichen Einrichtungen. So haben in der Region Schaumburg allein 39 Gemeinden und Ortsteile ein Wappen angenommen. Wappen sind keine bloßen Ornamente, sondern Symbole, die in komprimierter Form Aussagen über politische Ziele, Geschichte und Selbstverständnis der Träger enthalten. Als Beispiel wird in der Ausstellung ein Gedenkblatt für die Gefallenen des 1. Weltkrieges vorgestellt. Darin steht das Wappen von Schaumburg-Lippe für die "Heimat", für die die Gefallenen sich "geopfert" haben. Als Symbol für "Heimat" gebrauchte auch die SPD das Wappen der Kreise Grafschaft Schaumburg und Schaumburg-Lippe auf dem ausgestellten Wahlplakat von 1977. So unterschiedlich wie die Gemeinden sind auch ihre Wappen. Zu denältesten gehört das Wappen von Obernkirchen, das dem Flecken vom Landesherrn schon im Jahr 1571 verliehen wurde. Die abgebildete Kirche versinnbildlicht die Dominanz des Damenstifts; die Zugehörigkeit zu Schaumburg wird - wie in der überwiegenden Zahl der anderen schaumburgischen Wappen auch - durch das Landeswappen mit dem Nesselblatt ausgedrückt. Rodenberg hat ein "redendes" Wappen; die Berge erklären den Namen und deuten auf die Lage der Stadt zwischen Deister und Altem Rodenberg. Im Wappen von Sachsenhagen symbolisieren die Wellen die Lage an dem Aue-Flüsschen. In den Wappen der Städte Bückeburg, Rinteln und Stadthagen wird die "städtische Qualität" durch die Abbildung einer Mauer ausgedrückt. Bei der Verwaltungsreform der 1970er Jahre entstand durch Zusammenschluss von mehreren kleinen Gemeinden eine Reihe von neuen größeren Gemeinden. Die neue Gemeinde nahm ein neues Wappen an, in dem oft der Zusammenschluss symbolisch dargestellt wurde. Nicht selten wurde für jede Gemeinde, die ihre Selbständigkeit verloren und Teil der neuen Gemeinde geworden war, ein Zeichen in das Wappen der neuen Gemeinde übernommen, manchmal kam das Wappen der neuen Gemeinde durch die reine Addition der ehemaligen Gemeindewappen zustande. Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des Staatsarchivs (im Ostflügel des Bückeburger Schlosses) bis zum 31. Mai zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.

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