weather-image
12°
Doktorsee in Flammen: Revolverheld lockt die Massen, Mickie Krause das Partyvolk / Pkw brennt aus

"Ein schöner Anblick, wenn ihr so durchdreht"

Rinteln (crs). Franziska und Franziska sind die Ersten. Seit dem frühen Morgen campieren die beiden vor der Hauptbühne am Doktorsee. Getränke haben sie im Rucksack dabei, ihren Platz an der Absperrung verlassen sie allenfalls für ein paar Minuten. "Wenn wir mal für kleine Mädchen müssen." Über zwölf Stunden harren die 15-jährige Franziska Bothe aus Hamburg und die 18-jährige Franziska Hollwitz aus Bremen in der sengenden Sonne aus. Ist das am schönsten Tag des Sommers nicht ein bisschen zu viel Einsatz? Heftiges Kopfschütteln, fröhliches Lachen. So was macht man eben, um den persönlichen Helden nahe zu sein.

veröffentlicht am 28.07.2008 um 00:00 Uhr

Die Fans sind begeistert: Mit dem Top-Act Revolverheld hat Dokto

Die "Helden" - das sind die fünf Jungs von Revolverheld, die am Sonnabend als Hauptband bei "Doktorsee in Flammen" auf der Bühne standen. Und dem begeisterten Publikum anderthalb Stunden lang eine mitreißende Show boten: Sie waren "Unzertrennlich", wollten erst "Mit dir chill'n", dann "Freunde bleiben" und verabschiedeten sich schließlich als "Helden 2008". Zum Mitsingen und Mitklatschen mussten die meisten der überwiegend jugendlichen Konzertgäste nicht groß aufgefordert werden: In den vorderen Reihen kannten fast alle Jünger der "Generation Rock" die Revolverheld-Lieder auswendig. Sänger Johannes Strate bedankte sich von der Bühne aus: "Das ist ein sehr schöner Anblick, wenn ihr so durchdreht." Mit der Verpflichtung der nicht zuletzt durch ihren Fan-Song zur Fußball-EM bekannten Band hat Doktorsee-Geschäftsführer Uwe Deppe alles richtig gemacht. Nicht nur aus Bremen oder Hamburg wie die beiden Franziskas sind die Fans gekommen, auch aus Bad Harzburg, Fulda und Varel. Rinteln erleben sie alle zum ersten Mal. "Wir sind eigentlich nur wegen Revolverheld hier", sagen Katrin Höche, Sabine Jürgens und Stephanie Rädeker, die schon am Freitag von der Nordsee an den Doktorsee gereist sind und hier zelten. "Aber auch der Rest gefällt uns total gut!" Das Konzept ist aufgegangen. Ein "Super-Event zum günstigen Preis" wollte Deppe mit der 46. Sommerfest-Auflage bieten, "einen Abend, den sich möglichst viele leisten können". Das hat funktioniert: Deutlich mehr Besucher als in den vergangenen Jahren seien es gewesen, bilanzierte Deppe gestern - weit über 10 000 dürften es locker gewesen sein, allein 5000 Übernachtungsgäste auf dem ausgebuchten Campingplatz. Nach Revolverheld war "Feuerheld" Frank-Jürgen Pook an der Reihe: Der Pyrotechniker aus Petershagen hatte wie in den vergangenen Jahren das große Höhen-Feuerwerk über dem Doktorsee inszeniert. Schön war es, ohne Zweifel - und doch blieb bei einigen Gästen der Eindruck, schon besser abgestimmte Feuerwerks-Effekte am Doktorsee gesehenzu haben. Wohl inszeniertes Party-Feuer folgte auf der Bühne. Im letzten Jahr war mit Jürgen Drews der selbsternannte "König von Mallorca" dagewesen, in diesem Jahr folgte ihm mit Mickie Krause so etwas wie der Kronprinz wenig anspruchsvoller Massenunterhaltung. Ballermann am Doktorsee: Dass die Sinnhaftigkeit des Krause-Appells "Geh doch zu Ha use, du alte Scheiße" oder eines duracellhasenähnlich dutzendfach wiederholten "Finger im Po, Mexiko" sich nicht unbedingt jedem Besucher erschlossen haben mag, tat der Stimmung keinen Abbruch. Nicht denken, feiern - tausende Besucher taten dies bis tief in die Nacht. Besonders erfreulich: Aus polizeilicher Sicht verlief die Party-Nacht ohne nennenswerte Störungen, friedlich und fröhlich wurde gefeiert. Auch die Lautstärke-Kontrollen in der Nachbarschaft dürften sich bezahlt gemacht haben: Eine einzige Beschwerde einer Anwohnerin über die Lautstärke verzeichnete das Doktorsee-Team. Pech hatte ein Doktorsee-Besucher aus Lippe:Über die Durchsage auf der Hauptbühne musste er erfahren, dass sein Audi A 3 auf dem als Parkplatz ausgewiesenen Stoppelfeld abgebrannt war. Durch den heißen Katalysator hatte sich das durch die Hitze der vergangenen Tage knastertrockene Stroh unter dem Fahrzeug entzündet, die Flammen griffen schnell auf den Pkw über. Der rasche Einsatz eines Feuerwehrmanns aus Meerbeck, der in seinem wenige Meter entfernt geparkten Auto einen Feuerlöscher hatte, half da auch nicht mehr - der Pkw erlitt Totalschaden. Bildergalerie im Internet: Noch mehr Fotos gibt es auf "www.schaumburger-zeitung.de" - einfach auf "Bildergalerie" klicken!



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt