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Oldtimerstammtisch veranstaltet Rallye für Zweirad-Oldies / 45 Teilnehmer gehen an den Start

Ein Scheunenfund und drei Kisten voller Teile

Landkreis (sk). Dürkop und DKW, NSU und BMW, Honda, Heinkel und Moto Guzzi: Insgesamt 45 Motorräder, Mopeds und Roller verschiedener Hersteller und älterer Baujahre sind am Sonntag vor der Schule am Stadtturm an den Start gegangen. Der Oldtimerstammtisch Schaumburg hatte zur Motorrad-Oldie-Rallye mit Sonderprüfungen eingeladen.

veröffentlicht am 28.08.2006 um 00:00 Uhr

Die Stoppuhr läuft, - aber das Hein'sche Dreirad beweist dem Ral

Es knatterte und ratterte, tuckerte und hupte, und blauer Zweitakt-Dunst quoll aus den Auspuffen: Zum ersten Mal und auf Wunsch vieler "Biker" im Verein und Freundeskreis haben bei einer Rallye des Oldtimerstammtisches allein Zweiräder den Ton angegeben, fuhren nicht als Einzelgänger zwischen vierrädrigen "Stars". Rolf Mahnert, Vorsitzender des Stammtisches, schickte ab 10 Uhr die Teilnehmer auf die Reise durch den Landkreis. Lyhren hieß die erste Station. Weiter ging es Richtung Rodenberg über Haste durch die Seeprovinz, schließlich Richtung Wiedensahl und über Nordsehl zurück zum Startpunkt. Friedrich-Wilhelm Winkelhake war bei der Rallye dabei mit seiner Dürkop "M 12 Sport" aus dem Jahr 1935, eines der ältesten Modelle im Teilnehmerfeld. Erwin Rust aus Stadthagen rollte seine NSU-"Quickly" an den Start, "ein Scheunenfund bei Hannover" berichtete Mahnert über die Herkunft des restaurierten Zweirades. Während die ersten Maschinen den Schulhof verließen, montierte Hubert Pelz noch an seiner hellblauen NSU "Primus 3K", Baujahr 1959. Auf deren Farbgebung ist der 72-Jährige Neustädter stolz. "Total rot und braun", weil vom Rost zerfressen, sei die Maschine gewesen. Unter einer Gummidichtung jedoch habe er originale Farbreste gefunden und so die ursprüngliche Lackierung nachahmen können. "Ein Motorrad wie aus dem Verkaufssalon", schwärmte Mahnert von der strahlend schönen und top-gepflegten pechschwarzen BMW R50/2 aus dem Jahr 1958, gefahren vom Helpser Heinrich Büsing. Weniger schick aber fahrtüchtig ging das letzte Gefährt auf die Reise. Aus "drei Apfelsinenkisten voll Teile" hat Olaf Finke seine Kreidler-"Florett" (1966) zusammengebastelt. Ob "dicke Maschine" oder leichtes Moped: Alle Fahrer und die Veranstalter freuten sich enormüber das regenfreie und angenehm temperierte Fahrwetter am Sonntag. Am Hallenbad in Nordsehl kamen die Rallyeteilnehmer allerdings arg in Schwitzen. Die letzte Prüfung sah das Umsteigen auf ein Gefährt vor, gebaut vom Zweiradbeauftragten im Verein, Uwe Heine. Das mysteriöse Dreirad, das wie einBobbycar per Beinmuskelarbeit vorangebracht wird, bewies Tücken. Vorn besitzt es ein normales Vorderrad, hinten allerdings zwei Lenkrollen wie sie an Einkaufswagen montiert sind. Mit dem Gefährt, das gerne hinten ausbrach, galt es einen Pylonenkurs zu umrunden. Helmuth Bertrand (58) aus Minden hegte nach absolvierter Prüfung keinen Groll auf den Veranstalter. Im Gegenteil. Der Mindener zollte dem Oldtimerstammtisch großes Lob für die Rallye. "Wirklich gelungen, mit viel Aufwand und viel Manpower." Hoffnung auf eine Wiederholung im nächsten Jahr ist allerdings zwecklos. Dann stehen mit den "Schaumburg Classics" wieder die vierrädrigen Oldies im Mittelpunkt.

Es geht los: Auf dem Schulhof starten die Rallyeteilnehmer zur R
  • Es geht los: Auf dem Schulhof starten die Rallyeteilnehmer zur Rundfahrt. Kleines Bild unten: Bei diesem Oltimer-Liebhaber stimmt auch die Optik am Kopf.
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