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613. Historisches Schützenfest: In den Rottlokalen gibt's Gesang, Gedichte, Anekdoten und Kleinkunst

Ein Ruhebänkchen für den Fahnenträger

Stadthagen (sk/mw). Gute Laune und Kondition in vielerlei Hinsicht gezeigt haben die Schützenbrüder in den Rotts auch gestern. Hier einige Einblicke in die Rottlokale:

veröffentlicht am 28.06.2008 um 00:00 Uhr

Traumhaft: Fahnenträger Dennis Wegener hat im Rott der Jungen Bü

"Smoke on the water" lag gestern nicht auf dem Bach, der neben dem Rottquartier der Jungen Bürger an der Krebshäger Straße fließt. Den alten Deep-Purple-Titel vom "Rauch auf dem Wasser" steuerte vielmehr die versierte Rottkapelle zum Feiern im Rott bei. Zum ultimativen Bierzeltgarnituren-Belastungstest taugte der Song allerdings nicht. Auf Bänken und Tischen stampften die Jungen Bürger zu volkstümlicheren Weisen und ihren ureigenen Gesängen, nachdem Hauptmann Markus Petersen hoch oben aus dem Quartierschaftsgebälk die Anweisung für den nahenden Ausmarsch gegeben hatte. "Tut mir den Gefallen, bemüht Euch, marschiert vernünftig." "Eintritt für GEMA-Spione verboten!!" prangte in großen Lettern im Festzelt des Eichenrotts. Nicht ohne Grund: "Wir singen selber", erklärte Rottmeister Jürgen Hille. Dies habe vor einigen Jahren auch ein Gericht anerkannt, vor dem sie sich gegen eine entsprechende Gebührenforderung gewehrt hatten. Ein ungewöhnliches Möbel war Bernd Windheim im Bernhardinerrott vorbehalten. Auf einer Art Wecker-Stuhl sitzend wurde der Akkordeonspieler durch das Klingeln des zehn Uhr morgens eingestellten Weckers aufgefordert, mit der Musik zu beginnen. Zum Auftakt intoniere er stets das Rottlied "Ein Mädchen stand am Niederntore", erklärte Windheim. Im Bernhardinerrott musiziere er bereits "seit ewig und je", den Spezialstuhl besitze er indes erst seit 2002. Erst seit Kurzem im Amt war dagegen das Rottmeister-Trio Günther Mensching, Thomas Mensching und Heinrich Dreier, das für einen erkrankten Kandidaten eingesprungen war. Mit deren Engagement und Vorbereitung des Festes sei er "auf jeden Fall" zufrieden, lobte der Bückeburger Uwe Dageför. "Aber im Bernhardinerrott istdasüberhaupt kein Problem, einen Rottmeister zu finden. Da steht einer für den anderen ein." Eine besondere Ehre wurde Bernhard Engelke im Rosenrott zu teil. "Hauptmann" Frank Marx ernannte den 70-Jährigen zum Ehrenrottbruder. Als Mindestvoraussetzungen dafür nannte der Chargierte ein Alter von 70 Jahren, eine 25-malige aktive Teilnahme am Schützenfest und ein Rottmeisteramt. "Ich freue mich unheimlich", sagte Engelke. "Von Rock bis Pop kommt alles an", umschrieb der Bückeburger Wolfgang Simon die Musik im Fürstenrott. Auch klassische Schützenfestlieder stünden hoch im Kurs. Allerdings spiele er auf seinem Keyboard "keinen Rap und so", denn "das läuft hier nicht". Lob gab es für das von Rottmeister Dieter Köpper gestaltete schlichte Rottsymbol. "Das ist sehr gut", urteilte Gerhard Kuhblank aus Schierneichen. Im Vergleich zu den metallenen Pendants der Vorjahre sei das diesjährige aus laminiertem Papier "nicht so schwer" und erfülle "voll den Zweck".

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