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Rund hundert Teilnehmer dabei / An den acht Stationen gibt es Kunst, Texte und Lieder

Ein nicht ganz so stiller Kreuzweg der Jugend

Rinteln (cok). "Was ist denn das jetzt? Haben wir etwa Weltkirchentag?" fragen zwei Mädchen, als sie sich kichernd zwischen den vielen Jugendlichen hindurchdrängen, die in der Bäckerstraße vor dem "Eine-Welt-Laden" um ein Holzkreuz herum stehen und singen - ein wirklich ungewöhnlicher Anblick. Weltkirchentag war es nun nicht gerade, dafür aber der Tag des "Ökumenischen Kreuzweges der Jugend".

veröffentlicht am 19.03.2007 um 00:00 Uhr

Ein großes Holzkreuz wurde abwechselnd auf allen Stationen mitge

Seit 1958 hat dieser Jugendkreuzweg seine Tradition in Deutschland, immer geht es darum, junge Leute aus den evangelischen und katholischen Kirchen zusammen zu führen und ihnen bewusst zu machen, dass die Leidensgeschichte Jesu nicht nur in einer Zeit vor über 2000 Jahren zu verorten ist, sondern sich in so vielen Lebensgeschichten unserer Zeit widerspiegelt, überall da, wo Menschen unschuldig leiden und untergehen. So zogen an die 100 Teilnehmer zum Staunen der Passanten durch Rinteln, überwiegend Konfirmanden und Kommunikanten, die sich zunächst in der wunderschön hell renovierten St. Sturmius-Kirche getroffen hatten, um sich von dort aus auf den etwa anderthalbstündigen Weg durch die Stadt zu machen, mit insgesamt acht Halte-Stationen, an der Weser und am Haus der Diakonie, vor dem Arbeitsamt und der Polizei, bis sie schließlich mit dem Holzkreuz auf dem Marktplatz ankamen. Nun ist das Abschreiten des Kreuzweges, wie ihn die katholische Kirche in der Fastenzeit zelebriert, eigentlich eine stille, innige und durchaus melancholische Glaubensübung. In der St. Sturmius-Kirche gibt es dafür 14 eindrucksvolle Bildtafeln des Künstlers Josef Hauke. Die Stimmung auf dem Jugendkreuzweg dagegen erinnerte eher an einen Schul-Wandertag, und das konnte sicher auch kaum anders sein, angesichts der großen Zahl der Mitläufer, von denen viele wirklich einfach "Mitläufer" waren, die im Rahmen ihres Konfirmandenunterrichts zur Teilnahme aufgefordert worden waren und auf dem langen Weg plauderten, mit dem Handy telefonierten und oft auch ziemlichen Quatsch machten, während ihre Mit-Konfirmanden Texte vortrugen oder Gebete sprachen. Dabei hatten die modernen Lieder schöne, eingängige Melodien. Die Sprechtexte erinnerten an alltägliche Situationen, in denen man sich verlassen und verloren weiß, und auch die Fotomontagen des Berliners Künstlers Bernd Zimmer, die er anlässlich des "Kreuzweges der Jugend" in den U-Bahnen ausgestellt hatte und die nun an jeder Station in Rinteln hochgehalten wurden, waren sehenswert. Diejenigen, die ihre Kreuzwegstimmung noch ein bisschen vertiefen wollten - und das waren eine ganze Reihe - trafen sich im Anschluss im Nikolai-Gemeindehaus, um sich mit den begleitenden Betreuern aus den Rintelner Kirchen zu unterhalten.



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