weather-image
14°
Saatzuchtunternehmen Dieckmann strebt "noch stärkere Weltmarktorientierung" an

"Ein neues Geschäftsfeld für die Zukunft"

Sülbeck (mw). Auch für die Zukunft bleibt die Dieckmann GmbH& Co. KG ihrem Zuckerrübensaatgut treu. Durch den Zukauf eines Raps- und Getreidezüchters hat sie sich jedoch breiter aufgestellt. Für den Saatzuchtbetrieb habe sich in diesem Jahr die Gelegenheit ergeben, "ein neues Geschäftsfeld für die Zukunft aufzubauen", berichtet Johannes Dieckmann, der alleinige Gesellschafter der Dieckmann-Firmen.

veröffentlicht am 21.11.2007 um 00:00 Uhr

Johannes Dieckmann, der Gesellschafter der Dieckmann GmbH& Co. K

Zum 1. Juli 2007 habe das Unternehmen, das "unter dem Dach der Marke Strube-Dieckmann" unter anderem Zuckerrübensaatgut züchtet und dieses über die Zuckerindustrie an die Landwirte weltweit vertreibt, die "Pflanzenzucht Carsten" in Schleswig-Holstein gekauft. Mit dem Erwerb der Raps und mehrere Getreidesorten züchtenden Firma habe man die Geschäftsgrundlage "erheblich erweitert", um zu diversifizieren und weniger von nur einer Frucht (der Zuckerrübe) abhängig zu sein, so Dieckmann. Für die Zukunft strebe das Unternehmen eine "noch stärkere Weltmarktorientierung" im "Bereich Zucker" an, erklärte Dieckmann im Pressegespräch. Ins Auge gefasst habe man insbesondere Russland und die Ukraine, die beide hinsichtlich der Zuckerrübenproduktion unabhängig sein wollen. "Russland ist für uns nach Deutschland mittlerweile der zweitwichtigste Markt", stellt er fest. Hoffnung setzt das Unternehmen nach Auskunft ihres Gesellschafters außerdem in die "alternative Verwertung" der landwirtschaftlichen Produkte etwa zur Bioethanol-Erzeugung. Insgesamt werde mittlerweile zwar - bezogen auf den Weltmarkt - weniger Zucker produziert, aber dieser Rückgang werde aufgefangen durch den Anbau von Rüben für die Bioethanol-Produktion. In Sachen Zucker (sowohl zur Ernährung als auch zur Energiegewinnung) habe das Saatzuchtunternehmen auch "exotische Länder" wie etwa Pakistan, Kolumbien und Südafrika im Visier, in denen Zuckerrohr angebaut wird, so Dieckmann. Unter dem Gesichtspunkt "Stichwort Klimawandel" sei interessant, dass drei Viertel der Weltzuckerproduktion aus Zuckerrohr stammt und nur ein Viertel aus Zuckerrüben. Während Zuckerrohr jedoch nur in den Tropen angebaut werden könne, wachsen die Rüben sowohl in hiesigen Breitengraden als auch in den Tropen und benötigen dabei im Vergleich zum Rohr nur die halbe Menge Wasser. Mit den Maßnahmen, das "Geschäft auf eine breitere Grundlage zu stellen", geht laut Dieckmann einher, dass die Nachfrage nach Nahrungsmitteln erstmalig die Produktionsmenge übersteigt. Zudem haben die Nahrungsmittel "Konkurrenz durch die Energiepreise" bekommen. "Die Aussichten sind durchweg für die Landwirtschaft und damit für uns Züchter positiv", stellt er fest. "Agrarprodukte werden in Zukunft ihren angemessenen und hohen Preis ausbauen. Und dafür wollen wir Saatgut liefern."



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare