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Holzmindener Gymnasium will Ganztagsschule werden / Zwei Varianten für Neubau in der Diskussion

Ein Neubau für Schüler und Studenten

Holzminden (bs). „Das hat schon einen gewissen Charme“, gibt Anja Krause zu: Campe II, ein Campus für die Studenten, und auf dem Jahnplatz ein Neubau für die Gymnasiasten – die große Lösung für die großen Probleme des Holzmindener Campe-Gymnasiums ist sowohl der Verwaltung als auch den Vertretern von Schule und Fachhochschule als auch den Politikern im Kreisschulausschuss sympathisch.

veröffentlicht am 17.12.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 23:41 Uhr

Wird aus Campus II ein Campus für die Studenten?
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In der Sitzung des Gremiums, das eigentlich nur über die lange überfällige Einrichtung einer Ganztagsschule am Campe-Gymnasium Holzminden zu beraten hat, kommen die Pläne erstmals auf den Tisch. Wie teuer es wird, ist noch nicht ausgelotet. Dass auf jeden Fall gebaut werden muss, weil eine Mensa und Aufenthaltsräume fehlen, ist aber klar. Warum also nicht die Raumprobleme der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst gleich mitlösen und durch den Verkauf des Areals mit der alten Teichenschule und der sanierungsbedürftigen Teichen-Turnhalle an das Land gleich noch Geld für den Mensa-Neubau sichern? Die Ausschussmitglieder geben einstimmig die Empfehlung, „sofortige Gespräche mit dem Ziel eines Kaufvertrages aufzunehmen“, wie es Hubertus Berhörster formuliert.

„Es ist leider so dramatisch, es muss baulich eine ganze Menge passieren“, gibt Herbert Keese zu. Der Schulleiter des Campe stellt in der Ausschusssitzung das Ganztagsschulkonzept vor, erinnert auch an die Besichtigung der in die Jahre gekommenen Schulräume und daran, dass inzwischen eine „große Anzahl von Schülern auf andere Gymnasien geht“. Das Campe, da ist man sich einig, muss attraktiver werden. Die dringend notwendige Sanierung wäre eine solche Attraktivitätssteigerung. Das Ganztagsschulangebot auch. Allerdings fehlen Mensa, Rückzugsräume für Schüler und Lehrkräfte, Selbstlern- und Medienräume. „Wir haben einen Computerraum für 1100 Schüler“, rechnet Keese vor.

Auf der Suche nach Lösungen fiel der Blick der Planer zunächst auf die alte Toilettenanlage und das Hausmeister-Haus von Campe II, der ehemaligen Teichenschule. Beides, so Schulamtsleiter Hermann Schütte, könnte abgerissen werden. „Man könnte auch überlegen, die Teichen-Turnhalle abzureißen und hier einen Neubau zu erstellen“, fügt er hinzu. Es gibt aber auch eine große Lösung: Das Land erwägt, die ehemalige Landwirtschaftsschule am Hafendamm zu kaufen, die die Studenten der Sozialen Arbeit schon jetzt nutzen. „Das Gebäude am Hafendamm hat einen erheblichen Sanierungsbedarf“, so Schütte, sei von den anderen Gebäuden der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst auch durch den Haarmannplatz getrennt. „Es hat einen gewissen Charme, wenn das Campe II an die Hochschule geht. Das wäre für die Fachhochschule ein enormer Entwicklungsschritt. Professor Vahland hat ja bereits betont, dass viele Studenten der sozialen Arbeit abgewiesen werden mussten. Und ab 2011 ist eine neue Fachrichtung geplant“, so Schütte. An den Teichen könnte so für die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst ein großer Campus entstehen. Mit einem Auditorium Maximum an der Stelle der Teichen-Turnhalle.

Auch Anja Krause kann der großen Lösung vieles abgewinnen, „macht das Land das eine, können wir das andere machen“, so Krause. „Landkreis und Stadt sind sich völlig einig, die Fachhochschule in ihrer Entwicklung zu unterstützen“, hat sie eruiert. „Sollte sich das Land entscheiden, Campe II mit der Teichen-Turnhalle zu erwerben, dann verlieren wir eine ganze Menge Schulraum, den wir neu schaffen müssen.“ Dafür böte sich der Jahnplatz an.

Und was ist mit der Teichen-Turnhalle, für die das Land gerade erst 500 000 Euro aus dem Konjunkturpaket II für die energetische Sanierung bereitgestellt hat? „Die Baumaßnahme haben wir erst einmal nach hinten gestellt“, so Krause, „denn wir wissen ja nicht, ob die Hochschule einen kompletten Campus plant.“ Krause: „Für den Schulsport wird die Halle nicht mehr gebraucht“, so Krause – wohl aber für den Vereinssport. Im ersten Quartal 2010 muss eine Entscheidung fallen – sonst verfallen die Konjunktur-Mittel, die immerhin 80 Prozent der Investitionskosten für die Turnhallen-Sanierung ausmachen.

Deshalb drückt man im Kreisschulausschuss aufs Tempo. Für Heinrich He-ppner (CDU) „macht die Variante Sinn“. Peter Ruhwedel (Grüne) sieht darin „eine gute Stadtentwicklung. Das wertet die Hochschule auf, und auch das Gymnasium macht es konkurrenzfähig“. Eckard Jungk (SPD) betont: „Wir müssen möglichst schnell Verhandlungen mit dem Land aufnehmen und bis Mitte März entscheiden.“



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