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Mit Susanne Wöbbeking wird eine Obernkirchenerin nächste Äbtissin im Stift

Ein lebenslanger Traum geht in Erfüllung

Obernkirchen (rnk). Am Wochenende wurde der Klosterkammer die unterschriebene Urkunde des Ministeriums zugestellt, damit ist es jetzt offiziell: Susanne Wöbbeking wird neue Äbtissin des Stifts.

veröffentlicht am 04.06.2008 um 00:00 Uhr

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Für die 57-jährige Juristin, die als Rechtsanwältin in Bückeburg arbeitet, schließt sich damit ein Kreis, denn mit dem Stift ist ihr ganzes Leben verbunden gewesen. Schon ihr Vater war als Rechtsanwalt für das Stift tätig, war im Rahmen der Frauenschule Mitglied des Kuratoriums. Ihre Schwestern waren in der Frauenschule, ihre Tanten auch, ihre Großtanten haben dort unterrichtet, erzählt Susanne Wöbbeking. Und sie selbst hat als Kind natürlich auch den Kindergarten der Frauenschule besucht, der damals zwei Mal die Woche angeboten wurde. Und der Besuch des Stiftsgartens, "der war immer etwas Besonderes. Bei schönem Wetter wurde der Paradiesgarten besucht." Die verwinkelten Räume und Gänge des Stiftes hat sie damals ebenfalls kennengelernt, an den Kakao aus der Maidenküche kann sie sich bestens erinnern. Es ist also eine Heimkehr, zumal es auch ein lebenslanger Traum von ihr gewesen ist, einmalÄbtissin zu werden, wie sie erklärt. Allerdings war ihre Lebensplanung in diesem Punkt eine andere. Lieber wäre es ihr gewesen, sie hätte das Amt am Ende ihres Berufsweges übernommen, "als reizvolle Aufgabe für das Alter", wie sie sagt, denn dass sie jetzt viel Arbeit mit ihrer eigentlichen Tätigkeit verbinden muss, ist ihr bewusst. Doch sie ist durchaus zuversichtlich, diesen Spagat zu schaffen, zumal ihr noch eine Stellvertreterin zur Seite stehen wird, die einen Teil der praktischen Arbeitübernehmen wird. Der frühe Tod von Äbtissin Hannelore Kopp hat ihr eigentlich keine Wahl gelassen: "Man kann nicht das ganze Leben lang sagen, ich möchte Äbtissin werden, und dann ablehnen, wenn man gefragt wird." Also habe sie "drei Mal geschluckt und zwei Mal nachgedacht", als man ihr das Amt angetragen hat - und dann zugesagt. Dass damit wieder eine Obernkirchenerin das Stift führen wird, ist dabei ein schöner Nebeneffekt. Sie ist Teamspielerin, sie setzt auf Zusammenarbeit: "Das hat sich bei der täglichen Arbeit bewährt, das wird sich auch im Stift bewähren", erzählt sie beim Rundgang durch den "Paradiesgarten". Die Gebäudeschäden und die an der Mauer zu beseitigen, die Sanierungen mit auf den Weg zu bringen, steht auf ihrer Prioritätenliste ganz oben, notwendige Maßnahmen, die allerdings nur im Team zu schaffen sind: Ein guter Draht zur Klosterkammer ist dabei unerlässlich. Dazu beizutragen, ein für den Landkreis Schaumburg wesentliches Baudenkmal zu erhalten, das reizt sie schon, gibt Susanne Wöbbeking gerne zu. Geplant sind auch Führungen speziell für Kinder. Schulklassen, die sich Stift und Gebäude ansehen, kann sie sich gut vorstellen: "Geschichte zum Anfassen, Geschichte, die Zeitabläufe verdeutlicht, örtliche Geschichte, die wahrgenommen und vermittelt werden kann", sagt sie. So hat sie als Kind ja auch das Stift erstmals wahrgenommen. Es ist ein Konzept, das relativ einfach umsetzbar ist, schließlich muss nur eine kindgerechte Führung zusammengestellt werden. Anschließend könnten die örtlichen und dann die Schulen des Landkreises angeschrieben werden. Das Stift soll sich öffnen, stärker von der Bevölkerung wahrgenommen werden: Nicht nur im Amt, auch in diesem Punkt folgt sie ihrer Vorgängerin Hannelore Kopp. Ein offizieller Termin für die Amtseinführung steht noch nicht fest.

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