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Mooney-Sportflugzeug stürzt in den Wald des Wiehengebirges / Fußmarsch für die Einsatzkräfte

Ein lauter Knallüber der Wittekindsburg

Porta Westfalica (jan/thm). Nur noch Trümmer sind von der gestern vormittag bei Porta Westfalica abgestürzten Unglücksmaschine, einem einmotorigen Sportflugzeug des US-amerikanischen Herstellers Mooney, übrig. Der Pilot, ein mit mehr als 2000 Flugstunden sehr erfahrener Flugzeugführer, starb bei dem Absturz in der Nähe des Gasthauses "Wittekindsburg" ebenso wie sein Passagier. Er war tags zuvor von Schweden aus nach Stade an der Unterweser geflogen und gestern auf dem Weg zum Verkehrslandeplatz Porta Westfalica in Vennebeck gewesen. Dort wollten die beiden etwa 70 Jahre alten Ärzte noch einen dritten Mann an Bord nehmen, umdann zu einem Fliegertreffen nach Tannheim bei Memmingen/Süddeutschland weiterzufliegen.

veröffentlicht am 19.07.2008 um 00:00 Uhr

Weit verstreut lagen die Trümmer im Wald nahe der Wittekindsburg

Mit dem Turm in Vennebeck hatte der Pilot bereits Funkkontakt aufgenommen und die Landeinformation erhalten. Danach riss der Funkkontakt ab. Der Mitarbeiter des Flugplatzes in Vennebeck nahm daraufhin Kontakt mit den Fluglotsen in Bremen auf. Diese hatten den Flugweg der Unglücksmaschine nicht verfolgen können. Das Flugzeug war offenbar ohne eingeschalteten Transponder unterwegs - ein Gerät, welches empfangene Radarsignale verstärkt und diese so auf den Schirmen der Fluglotsen besser sichtbar macht. Nach Auskunft der Polizei Minden hatte sich mittags eine Frau gemeldet. Sie habeüber dem Wiehengebirge ein Flugzeug beobachtet. Kurz nach dessen Verschwinden habe sie einen Knall gehört. Eine andere Zeugin teilte mit, dass sie seltsame Motorengeräusche gehört hat. Dies könnte auch auf einen technischen Defekt schließen lassen. Gegen 12 Uhr wurde das brennende Flugzeug entdeckt. Die Absturzstelle befindet sich rund 1000 Meter westlich der Wittekindsburg. Die Ursache des Unfalls ist unklar. Mitarbeiter der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung machten sich am frühen Nachmittag auf den Weg nach Porta Westfalica. Zur Unglückszeit lag der Kamm des Wiehengebirges in Wolken - Fachleute sprechen von "aufliegender Bewölkung". Die Tatsachen, dass zum einen das Flugzeug in die Baumkronen oberhalb des Kammweges eingeschlagen ist und dass zum anderen der Transponder nicht eingeschaltet war, sprechen allerdings für den Faktor Mensch als Unfallursache. Offenkundig ist der Pilot zu niedrig geflogen, und möglicherweise hatte er nicht die Berechtigung zum Fliegen in Wolken, für das ein eingeschalteter Transponder eine der Voraussetzungen ist. Die Freiwillige Feuerwehr Porta Westfalica wurde um 12.06 Uhr durch die Kreisleitstelle Minden alarmiert. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte an der Wittekindsburg herrschte im Berg dichter Nebel, und es regnete. Die genaue Absturzstelle war nicht bekannt, daher machten sich Einsatzkräfte der Feuerwehr und der Polizei von der Wittekindsburg aus auf die Suche. Ein Rettungshubschrauber, SAR 31, befand sich ebenfalls im Einsatz und suchte den Berg ab. Die Absturzstelle wurde dann auf dem Kammweg, etwa auf der Hälfte zwischen Wittekindsburg und "Wilder Schmied" gefunden. Sie war nur zu Fuß erreichbar. Das Flugzeug war in den Bäumen eingeschlagen, Trümmer hingen noch in den Baumkronen. Ein größeres Trümmerteil mit dem Cockpit lag auf dem Kammweg und brannte, das Feuer konnte mit Pulverlöschern schnell bekämpft werden. Im Cockpit befanden sich die Leichen der beiden Insassen, beide bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Feuerwehr und Rettungsdienst verschafften sich einenÜberblick über die Einsatzstelle, Trümmer waren in einem größeren Umfeld verteilt. Weitere Maßnahmen erfolgten nicht, da die Absturzstelle bis zum Eintreffen des Luftfahrtbundesamtes gesperrt wurde. Die Polizei übernahm die Absicherung der Absturzstelle.



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