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Knifflige Aufgabe an der ECE-Baustelle

Ein Kraftprotz unter den Kränen in Deutschland

Hameln (ni). Einmalig ist der Kraftprotz nicht, aber so viel wuppen wie er können "in ganz Deutschland vielleicht nur noch vier oder fünf andere", ordnet Dieter Abt das gelbe Monstrum an seiner Seite in die Bundesliga der Kräne ein. Abt hat den "700-Tonner" gestern nach Hameln begleitet und das Ungetüm auf acht Achsen bis zur ECE-Baustelle dirigiert. Vor dem Centereingang zur neuen Öffi-Station aufgepflanzt, kommt dem Kran und seinem Fahrer Ma thias Ebbert in den nächsten Tagen die knifflige Aufgabe zu, die Baukräne abzubauen, die jetzt noch mitten aus dem Center in den Hamelner Himmel ragen.

veröffentlicht am 07.11.2007 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 08.02.2013 um 14:47 Uhr

Dieter Abt ist Mitarbeiter der Franz Bracht KG, die den Monsterkran von Erwitte auf den Weg nach Hameln geschickt hat. Der Konvoi, zu dem sechs weitere Lastwagen mit Zubehör gehören, steckte auf der Autobahn im Stau und kam mit vier Stunden Verspätung an. Die ECE-Baustelle steuerte der Koloss über den eigens für diesen Zweck gesperrten Zehnthof an - entgegen der Einbahnregelung. Und weil rund um das Center nur begrenzt Parkraum zur Verfügung steht, mussten dieZubehör-Brummis gestern auf der B 83 eine Zwangspause einlegen. Sie rollten - einer nach dem anderen - auf Abruf an. Sieben Stunden und elf Mann soll es brauchen, bis der Kran vor dem Center einsatzbereit aufgestellt ist. 96 Tonnen Eigengewicht bringt der große Kran auf die Waage, mit 160 Tonnen "Kontergewicht" wird er zusätzlich beschwert, damit er standfest bleibt, wenn er an seiner 66 Meter langen "Wipp-Spitze" das mit 20 Tonnen schwerste Kranteil über eine Entfernung von 62 Metern aus der Baustelle der Stadt-Galerie und über die Dächer hebt. Dieser Balanceakt fordert nicht nuräußerstes Feingefühl von Kranfahrer Ebbert, sondern auch ein Wetter, das mitspielt. Pfeift der Wind mit "sieben, acht Metern in der Sekunde, "wird es zu gefährlich, und wir müssen die Arbeit einstellen", so Abt. Vom Wind hänge es also ab, ob der Abbau der Kräne durch den Superkran auch tatsächlich in den eingeplanten drei Tagen über die Bühne gehe.



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