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Kriminalkommissar Frank Oppermann hilft beim Wiederaufbau eines durch den Krieg zerstörten Landes

Ein Jahr im Kosovo: Lernen, helfen und beobachten

Obernkirchen. 2001 ist er schon einmal dorthin gereist, ist zwölf Monate geblieben, hat gefallen an der Aufgabe gefunden, in einem Land im Übergang von der Kriegs- zur Krisenregion zu arbeiten. Eine Mischung aus der Neugier nach neuen Erfahrungen, dem Willen zu helfen und auch ein bisschen Abenteuerlust haben ihn damals motiviert. An diesem Wochenende packter erneut seine Koffer, in der nächsten Woche reist er ab: Kriminalkommissar Frank Oppermann wird noch einmal für ein Jahr in den Kosovo gehen.

veröffentlicht am 09.06.2007 um 00:00 Uhr

Frank Oppermann. Foto:rnk

Autor:

Frank Westermann

Rückblende. Am 10. Juni 1999 regelt der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen den Einsatz der NATO-Sicherheitstruppe Kosovo Force - ("KFOR"). Die KFOR sollte als erste Aufgabe den Abzug der jugoslawischen Truppen und die Entmilitarisierung des Kosovo überwachen. Ziel ist es, im Kosovo ein multi-ethnisches, friedliches, rechtsstaatliches und demokratisches Umfeld mit autonomer Selbstverwaltung aufzubauen. Der KFOR-Truppe kommt dabei die Rolle als militärische Schutzmacht zu. Vor allem aber gilt es, humanitäre Hilfe zu leisten, die Rückkehr aller Flüchtlinge und Vertriebenen zu fördern sowie die Verwaltung und internationalen Hilfsorganisationen zu unterstützen. Hierzu arbeitet KFOR eng mit der zivilen Verwaltung "UNMIK" (United Nations Interim Administration Mission In Kosovo) zusammen. KFOR und UNMIK kümmern sich unter anderem um die Instandsetzung zerstörter Straßen und Brücken, den Wiederaufbau von Krankenhäusern, Schulen und Wohngebäuden, das Aufspüren und Räumen von Minen sowie die medizinische Grundversorgung der Bevölkerung. Zurück in die Gegenwart. Im Kosovo wird Frank Oppermann als Mitglied von UNMIK helfen. Die deutsche Polizei bietet ihren Beamten seit Jahren die Chance, im Rahmen von UNMIK zu helfen, zerstörte Strukturen wieder aufzubauen, ein Land stückchenweise wieder in den Frieden, in die Normalität zu führen. Wenn Oppermann von seiner anstehenden Arbeit im Kosovo erzählt, dann spricht er gern von der "dritten Phase": Menschen, die nach dem Zusammenbruch Jugoslawiens Schritt für Schritt angeleitet wurden, einen Neuanfang zu wagen: Richter, Staatsanwälte, Polizisten, lokale Bürgermeister. Bei seinemersten Einsatz vor sechs Jahren hat Oppermann diese Menschen als Personenschützer begleitet, "es war ein mulmiges Gefühl", sagt er, aber passiert ist nie etwas. Es hat dem heute 44-Jährigen damals dort gut gefallen, zum einen macht die Arbeit mit Kollegen aus rund 50 Ländern Spaß, zum anderen sind Deutsche im Kosovo gut gelitten: "Wir haben damals in Deutschland die Flüchtlinge aufgenommen, die Dankbarkeit dafür bekommen wir heute zurück." Wenn er in der nächsten Woche im Kosovo ankommt, wird er eine eigenständige Polizei vorfinden: "Wir werden nur noch beobachten und bei der Arbeitbegleiten." Natürlich ist Oppermann gut vorbereitet. Von vielen Lehrgängen erzählt er, auf denen er - zum Teil auch mit seiner Familie - geschult wurde. Und er freut sich durchaus auf seinen Besuch in Serbien, zu dem der Kosovo rein völkerrechtlich noch immer gehört. So wird er sich anschauen, ob und wie alles funktioniert, was er mit den Kollegen angeschoben hat, außerdem hat er noch jede Menge Namen und Adressen von Menschen, die er damals dort getroffen hat. Er will einige besuchen, auch wenn er nicht genau weiß, wo er stationiert sein wird. "Aber der Kosovo ist ja nicht so riesig", sagt Oppermann, und weist zum Ende des Gespräches auf eine Grundbedingung hin, die für eine derartige Einsatzentscheidung unerlässlich ist: "Die Familie, vor allem die Ehefrau, muss dahinter stehen." Die Gefahr, sich auseinander zu leben, sei groß. Diese Sorge, sagt er, hat er nicht.



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