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Stadthäger gründen Bündnis für Familie mit 40 Mitgliedern / "Kein Verein - ein Netzwerk"

"Ein Ja zu Kindern ist ein Ja zur Zukunft"

Stadthagen (gus). Die Kreisstadt verfügt seit dem Wochenende über eine weitere Instanz zur Verbesserung der eigenen Infrastruktur. Sonnabendmittag haben die Beteiligten die Gründungserklärung für ein lokales Bündnis für Familie unterzeichnet. Die von Merve Neumann-Tietzer, Ulrike Koller, Kerstin Blome-Soontiens und Ute Steidel angeschobene Ortsgruppe ist eine Untersektion einer bundesweiten Initiative des Bundesministeriums für Familie.

veröffentlicht am 10.04.2006 um 00:00 Uhr

Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier, die Bundestagsabgeordnete

Stephan Löb vom Servicebüro der lokalen Bündnisse für Familien in Berlin erläuterte bei der Gründungsveranstaltung Ziele und Zwecke solcher Verbünde. Diese seien keine GmbHs und keine Vereine, sondern Netzwerke. Der jeweilige Ort profitiere von Initiativen für eine familienfreundlichere Infrastruktur, generationenübergreifender Arbeit und Integrationsmaßnahmen, die von dem lokalen Netzwerk gebündelt würden. Tourismusangebote gehören laut Löb genau so zum möglichen Wirkungsgebiet wie Modelle zur Vereinbarung von Familie und Beruf. Die Bundestagsabgeordnete Caren Marks, in Berlin Mitglied des Arbeitskreises für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, betonte, dass die demographische Entwicklung abhängig davon ist, ob Kinderwünsche einen parallelen Berufsweg zulassen. "Frauen werden auch weiterhin arbeiten. Die Frage ist, ob sie auch weiter Kinder bekommen werden", sagte Marks. Und: "Ein Ja zu Kindern ist ein Ja zur Zukunft des Landes." Fürsprecher zum Thema war Frank Püster, Geschäftsführer der Spedition "Logiline". Dieser erklärte, dass sein Unternehmen es den Mitarbeiterinnen erlaube, im Falle des Falles, den Nachwuchs mit ins Büro zu bringen. So gehe deren Arbeitskraft nicht verloren. Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier wies auf zahlreiche bestehende Einrichtungen wie Job-Center, Mädchen- und Frauenberatungsstelle und die Kontaktstelle des Kinderschutzbundes hin, die künftig in das Netzwerk "Stadthäger Bündnis für Familie" eingeflochten werden könnten. Denn eine Konkurrenzsituation soll, so Löb, nicht entstehen. Schöttelndreier lobte die Initiative auch deshalb, weil die Ausgaben für Sozial- und Jugendhilfe einer der Hauptfaktoren des Kreishaushaltes seien. Die Firmen Kreft, Hagemeyer, Hagebau und Dresdener Bank sowie "Schaumburger Landschaft", Feuerwehr Stadthagen und Deutsches Rotes Kreuz hatten bereits im Vorfeld ihre Bereitschaft zur Mitarbeit im lokalen Bündnis erklärt. Volksbank und Sparkasse haben nach Angaben Neumann-Tietzers ebenfalls ihre Unterschriften angekündigt. Nach der Gründungsveranstaltung im Stadthäger Rathaus, zu der Vertreter von Stadtverwaltung, Landkreis, Polizei, Arbeiterwohlfahrt (Awo) und SPD erschienen waren, sind rund 40Mitglieder "im Boot". Erste Themenvorschläge waren die Entwicklung so genannter "Schutzburgen" und Familienzentren. Letzteres hatte der stellvertretende Bürgermeister Bernd Hellmann vorgeschlagen. Neumann-Tietzer gab bekannt, dass das erste Treffen der Arbeitskreise am 13. Mai in der "Alten Polizei" ist. Jedes neue Mitglied, auch Privatleute, seien willkommen. Beitrittsformulare liegen im Rathaus aus.

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