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Leserreise nach Berlin zur Gerhard-Richter-Ausstellung

Ein halbes Jahrhundert Kunst an zwei Tagen

Berlin. Über die Potsdamer Straße rumpeln die Stadtrundfahrts-Busse durch den Berliner Frühling. Nach links, um am Potsdamer Platz, der aus dem Boden gestampften neuen Mitte, Touristen ins Sony Center und ins Filmmuseum zu entlassen. Nach rechts, um am Wittenbergplatz all jene dem KaDeWe zu überreichen, die des Konsums wegen in die Bundeshauptstadt gekommen sind. Von hier oben, am Reichspietschufer vor der Neuen Nationalgalerie, lässt sich das routinierte Spiel des Fremdenverkehrs gut beobachten. Die einen sind hungrig auf alte Gemäuer und Metropolenschick. Die anderen verspüren Appetit auf zeitgenössische Kunst und ein bisschen Kultur - und stehen dafür auch gern mehr als nur eine Viertelstunde vor der Neuen Nationalgalerie in der Schlange.

veröffentlicht am 23.03.2012 um 12:59 Uhr

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Autor:

Julia Marre

Der Andrang dort ist groß, die Öffnungszeiten sind längst ausgeweitet. Die Gerhard-Richter-Retrospektive „Panorama“ ist im Mies-van-der-Rohe-Gebäude zu sehen. Rund 140 Gemälde und fünf Skulpturen zeigen die Staatlichen Museen Berlin kurz nach Richters 80. Geburtstag. Er, einer der wichtigsten Maler der Gegenwart, hat zuletzt 1986 im Untergeschoss der Galerie ausgestellt. Nun hat er das lichtdurchflutete Obergeschoss erobert. Und wer draußen Minute um Minute auf den Einlass wartet, kann bereits eine Premiere bestaunen. „4900 Farben“ heißt die Reihe, die durch die Glasfront erstmals in der ersten Version zu sehen ist: 196 quadratische Tafeln, 50 mal 50 Zentimeter groß, aus je 25 verschiedenfarbigen Emaille-Quadraten. „Ein Fries der Abstraktion“ nennen es Udo Kittelmann, Direktor der Nationalgalerie, und Kuratorin Dorothée Brill.

Zwei Jahre lang haben sie die Ausstellung erarbeitet, die kanonische Werke Richters neben seltener ausgestellten Bildern zeigt. Chronologisch angeordnet sind die Werke aus mehr als 50 Jahren Kunstproduktion: figurative Darstellungen sind neben abstrakten Farbexperimente zu sehen, altmeisterlich anmutende Landschaften, Seestücke und Porträts neben Stadtansichten, Richters berühmte Vanitas-Motive wie Kerze und Schädel in unmittelbarer Nähe zu expressiven Abstraktionen. Kaum etwas, das Richter, der als Schüler der Dresdener Kunstakademie in der noch jungen DDR dazu erzogen wurde, dass abstrakte Malerei Quatsch sei, nicht probiert und perfektioniert hat. „Das Abstrakte hat mich schon immer fasziniert. Es hat so viel Geheimnis, so wie Neuland“, sagt Richter. Seine Bilder erzählen von seiner eigenen Lebensgeschichte und der Geschichte von Deutschland in der Nachkriegszeit.

Wer aufs Schlangestehen vor der Neuen Nationalgalerie verzichten möchte, der hat mit der Leserreise von Dewezet und Pyrmonter Nachrichten die Chance, am 5. und 6. Mai die Gerhard-Richter-Ausstellung zu besuchen. Die Zwei-Tages-Reise mit Übernachtung im Maritim Hotel beinhaltet neben der Hin- und Rückfahrt eine zweistündige Stadtrundfahrt durch Berlin, einen Currywurst-Empfang auf der Dachterrasse des Hotels - mit Blick auf den Potsdamer Platz, einen Taxitransfer zum Bus, den Eintritt in die Neue Nationalgalerie sowie zudem ermäßigten Eintritt in die Ausstellung „18. Oktober 1977“. Sie umfasst Gerhard Richters fünfzehnteiligen Gemäldezyklus über die RAF-Terroristen im Deutschen Herbst und ist im Schinkelsaal der Alten Nationalgalerie zu sehen. Die Kosten: 198 Euro pro Person im Doppelzimmer, 234 Euro im Einzelzimmer. Info-: 0 51 51 / 200 555.

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  • Die Siegessäule in Berlin: Eine Leserreise führt Anfang Mai in die Hauptstadt. Foto: are


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