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Nach Bus-Havarie: Folkloregruppe bedankt sich für Hilfe aus Bad Eilsen

Ein Fax aus Polen sorgt für Freude

Eilsen/Wloclawek (tw). Als Eilsens Bürgermeister Bernd Schönemann neulich im Rathaus zum Fax ging und ein Blatt Papier mit einer Kurzmitteilung aus dem Gerät zog, war seine Freude groß: Das Schreiben war an den "Direktor der Schule Heeßen bei Bad Eilsen, Deutschland" adressiert - und trägt die Unterschrift von Slawomir Kuietczynski, Direktor des Kulturzentrums der Stadt Wloclawek in Polen. Die Grundschule hatte das Fax ans Rathaus der Samtgemeinde weitergeleitet.

veröffentlicht am 07.09.2007 um 00:00 Uhr

Der - kurze - Text: "Hiermit", schreibt Kuietczynski, "möchten wir uns für die Hilfe und Betreuung bedanken, die Sie unserer Folkloregruppe ,Kujawy' gewährt haben. Die Gruppe war auf der Rückreise von England nach Polen. Bitte danken Sie auch den anderen Personen, die gleichfalls geholfen haben." Mit "vorzüglicher Hochachtung" - Kuietczynski. "Ein feiner Zug", meint Schönemann anerkennend. Das Eigentliche aber verschweigt das Fax. Was war geschehen? Wie berichtet, hatte der Reisebus der Folkloregruppe "Kujawy" auf dem Rückweg nach Polen am 15. Juli auf der Autobahn A 2 in den Eilser Bergen einen Achsbruch erlitten. Mit Geschick und Glück schaffte es der Busfahrer, das voll beladene Gefährt auf die Abbiegespur eines Salzlagers der Straßenmeisterei zu steuern und zum Halten zu bringen. Dort konnten die 46 Insassen unverletzt aussteigen. An eine Weiterfahrt war nicht zu denken. Ein Ersatzfahrzeug des polnischen Busunternehmens konnte bestenfalls in etwa acht Stunden eintreffen. Die Jugendlichen bereiteten sich darauf vor, nahe der Autobahn die Nacht zu verbringen. Aber das ließ die herbeigerufene Polizei nicht zu. Die Gefahr war für alle Beteiligten zu groß. Außerdem gab es dort keine Verpflegung und keine sanitären Anlagen. In dieser Situation alarmierte die Leitstelle in Stadthagen den Bürgermeister der Samtgemeinde. Bernd Schönemann, der schon auf gepackten Urlaubskoffern saß, sollte sich um eine Lösung kümmern. Die Maßnahmen, die er sofort einleitete, gehören zur "Gefahrenabwehr", wie das im Bürokratendeutsch heißt. Mit Schulleiter Joachim Preuß vereinbarte er, dass die Sporthalle in Heeßen für die Übernachtung der Businsassen geöffnet wird. Samtgemeinde-Brandmeister Hartmut Krause unterstützte ihn bei der Bereitstellung von Fahrzeugen, die zur Autobahn fuhren und dort die Businsassen mitsamt ihrem umfangreichen Gepäck abholten. Währenddessen hatte Schönemann Kontakt mit der Familie Hohmann aufgenommen, die den Markantmarkt leitet. Mit deren Hilfe und der Unterstützung des TSV Bad Eilsen konnte der Versorgungsengpass beseitigt werden. Es gab als Abendbrot Bockwürstchen, Brot, Getränke und Obst, das der Lebensmittelmarkt gespendet hatte. Vom Fußballturnier war noch einiges übrig geblieben. Cheforganisator Walter Beißner bot seine Unterstützung an. In der Heeßer Halle wurden alle Trainingsmatten ausgelegt, um ein Nachtlager herzurichten, das nur die Fahrer nicht nutzten. Sie wollten sich in der Nähe ihres Busses aufhalten und wurdenvon der Autobahnpolizei, die beim Abtransport der Jugendlichen mithalf, zu einer Raststelle an der A2 gebracht. Ende gut - alles gut. Übrigens: Zu den "anderen Personen", welche den Polen geholfen haben und die Kuietczynski in seinem Dankes-Fax mit einschließt, gehört auch LZ-Mitarbeiter Siegfried Klein, der seinen Privatwagen für den Transport der Havarierten zur Verfügung stellte und die Strecke von der A 2 nach Heeßen gleich mehrmals fuhr.



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