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Radwanderweg auf ehemaliger Trasse des Kleinbahnvereins: Gemeinde will Grundstücke kaufen

Ein Euro für den Lückenschluss

Salzhemmendorf (hen). Das – von vielen bedauerte – Ende des Fördervereins Kleinbahn ist zugleich Chance für ein neues attraktives Angebot an Einheimische wie Touristen: Die Gemeinde Salzhemmendorf plant, die Grundstücke, die ehemals in Besitz des aufgelösten Vereins waren, zu einem symbolischen Preis von 1 Euro zu kaufen und darauf später einen Radwanderweg anzulegen.

veröffentlicht am 13.07.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 07:21 Uhr

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Besonders interessant sind die Überlegungen auch deshalb, weil die Samtgemeinde Duingen ebenfalls die auf dortigem Gebiet liegenden Flächen erwerben will – und so könnte der Lückenschluss im Radwegesystem der Nachbarn vollzogen werden. Der neue Weg würde direkt am Weenzer Bruch entlang führen – davon profitieren könnte nicht zuletzt die Gastronomie in den Bereichen Duingen, Wallensen und Ockensen.

Die Idee hat Wolfgang Schulz, Samtgemeindebürgermeister von Duingen, mit Bürgermeister Martin Kempe ins Spiel gebracht. Schulz war am Mittwochabend im Bauausschuss, um bei den Salzhemmendorfern für das Vorhaben zu werben, das seiner Meinung nach nur Sinn habe, wenn sich beide Gemeinden daran beteiligten: „Hier kann mit wenig Aufwand etwas Tolles erreicht werden. Das ist eine gute Chance, die sich nicht so oft auftut.“

Nach seinen Informationen dürfen die Schwellen liegen bleiben; es müsse lediglich Splitt aufgebracht werden. Grundsätzlich handele es sich um eine ebene Trasse, was die Sache vereinfache. Schulz, der schon nähere Erkundigungen eingeholt hat, meint, das Anlegen des Weges sei relativ unkompliziert. Bei einem Radwanderweg gebe es zudem nicht so hohe Auflagen, beispielsweise für die Verkehrssicherheitspflicht.

Bei den zunächst in Betracht gezogenen Grundstücken handelt es sich im Bereich der Gemarkung Thüste im Anschluss an die Straße „Auf dem Anger“ auf einer Länge von rund 540 Metern um drei Flurstücke mit einer Gesamtfläche von rund 7000 Quadratmetern. Die Verwaltung glaubt, dass das Land Niedersachsen zwischen Weenzen und Thüste „mit Sicherheit in absehbarer Zeit keinen Radweg bauen“ wird, „weil er baulich und auch von den Kosten her keiner Priorität“ entspreche. „Eine gesicherte Radwegeführung gibt es derzeit zwischen den beiden Gemeinden nicht. Dieses Problem könnte mit einer Führung über die Bahnlinie behoben werden und gleichzeitig einen Lückenschluss zum Radwegesystem im Landkreis Hildesheim schaffen“, heißt es im Vorschlag aus dem Rathaus, den die Politik um den Auftrag an die Verwaltung ergänzte, ein gemeinsames Konzept mit Duingen zu erarbeiten. Vorgeschlagen wurde, nicht nur den genannten Bereich zu erwerben, sondern die gesamte Strecke, die im Bereich der Gemeinde Salzhemmendorf eine Länge von 4,5 Kilometern beträgt und bis kurz vor Eggersen führt. Wann auch die Gesamtstrecke ausgebaut werden könne, müsse sich zeigen.

Gewünscht wurden weitere Details zu den Plänen – grundsätzlich zeigte sich der Ausschuss von der Idee geradezu begeistert. „Das wäre ein toller Saale-Radweg“, meinte Karl-Heinz Grießner (SPD). Auch Friedrich-Wilhelm Lücke (CDU) findet die Idee „super“, möchte allerdings mehr über die Kosten für den Ausbau erfahren.

Der Kleinbahn-Verein ist aufgelöst. Sein Vermögen muss abgewickelt werden. Findet sich kein Käufer, würde die Bahnlinie laut Schulz an das Land fallen.

Bei Thüste führen die Gleise ins Nirgendwo – wo früher die Kleinbahn fuhr, könnten künftig Radwanderer unterwegs sein.Foto: gök



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