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Szenische Lesung zur Ortsgeschichte begeistert in St. Martin-Kirche Wallensen

Ein Engel sorgt für eine volle Kirche

Wallensen (gök). Die Küsterin Marianne Batke war beeindruckt von dem Zuspruch. „Selbst an Weihnachten war es in unserer St.-Martin-Kirche nicht so voll wie heute.“ Grund dafür war die szenische Lesung, die Tanja Flügel mit ihrem Team inszenierte.

veröffentlicht am 17.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 05:41 Uhr

Großes Interesse an der historisch-szenischen Inszenierung hatten die Bürger in Wallensen.

Angefangen hatte alles bereits vor zwei Jahren bei einem Ortsspaziergang. Damals zeigte sich Tanja Flügel mit ihrer Familie sehr von dem historischen Wissen des örtlichen Reiseführers Heinrich Meier beeindruckt. Seine Erzählungen motivierten sie dazu, ein historisches Buch über das fiktive Mädchen Marthe, zu schreiben, das in der Zeit der großen Brände in Wallensen lebte.

Während des Schreibens fand man auf der Suche nach historischen Fakten auf einem Wallenser Dachboden den sogenannten Taufengel wieder. Dabei handelte es sich um ein Holzkunstwerk, das früher seinen Platz in der St.-Martins-Kirche hatte. Natürlich findet sich dieser Engel nun auch in dem Buch Marthe wieder.

Der Zustand des Taufengels ist allerdings so schlecht, dass der Familie Flügel nach der Fertigstellung des Buches und dem reißenden Absatz in Wallensen und Umgebung die Idee kam, eine historische Lesung zu dem Buch durchzuführen, um mit dem Erlös die Anschubfinanzierung zur Engel-Restaurierung zu erlösen.

Tanja Flügel mit einem Teil ihres Teams, es fehlt nur der St.-Martins-Chor. Fotos: gök
  • Tanja Flügel mit einem Teil ihres Teams, es fehlt nur der St.-Martins-Chor. Fotos: gök

Keine Überzeugungskraft brauchte Tanja Flügel, um den Kirchenvorstand von ihrer Idee zu überzeugen. Schnell fanden sich in dem St.-Martins-Chor, ihrer Tochter Salia, Jungschauspielerinnen aus Wallensen und Umgebung sowie den Männern fürs Licht (Karsten Lampe, Marcus Flügel und Heinrich Meier) zahlreiche Unterstützer für das Projekt. Bei den Proben tauchte die Kirche in verschiedenen Farben ein, um die verschiedenen Stimmungen, wie Feuer, Winter oder Wohlbefinden wieder zu spiegeln. Die Mitglieder des Kirchenvorstands sorgten für einen reibungslosen Ticketverkauf und das Catering in der Pause.

So fanden sich über 200 Besucher in der Kirche ein, die mit ihrem Eintritt den Taufengel retten wollen. Im Geläut der verschiedenen Wallenser Glocken entdeckten die Besucher die Wallenser Geschichte. Geschickt baute Flügel immer wieder Wissenswertes und Fakten in ihr Werk mit ein. So nahm sie unter anderem Bezug auf die alte Saalemühle oder die Bürgerglocke, die von den Wallenser Bürgern gespendet wurde und heute noch den „Bürgerschauer“ läutet, wenn ein Wallenser Bürger gestorben ist. Mit dieser historischen Inszenierung ist dem Team um Tanja Flügel ein einfühlsames Werk gelungen, das das Leben der Menschen während der zahlreichen Wallenser Brände schildert. Der St.-Martins-Chor verlieh der Veranstaltung so viel Atmosphäre, wie es sonst noch nicht mal die weihnachtliche Stimmung schafft. Passend dazu führte die anwesende Nachtwächterin aus Bad Münder, Almuth Gattermann, knapp 100 Besucher zum Abschuss mit Fackeln in das Haus an der Stadtmauer, wo der Abend dann gemütlich seinen Ausklang fand.



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