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Vor Gericht: Sechs Monate wegen Körperverletzung auf der Vati-Party

Ein einziges "Tohuwabohu"

Bückeburg (ly) . So schlimm wie 2007 war's nicht, trotzdem hatten Randale-Brüder auch dieses Jahr wieder ihre helle Freude an der "Vati-Party" in Rusbend. Am Ende standen 2 6 Platzverweise, drei Festnahmen, vier Strafanzeigen allein wegen (gefährlicher) Körperverletzung sowie weitere Straftaten.

veröffentlicht am 06.11.2008 um 00:00 Uhr

Einen der Schläger hat das Amtsgericht jetzt wegen gefährlicher Körperverletzung zu sechs Monaten Freiheitsstrafe mit Bewährung verurteilt. Verbunden ist die Entscheidung mit mehreren Auflagen, darunter 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Der vorbestrafte Buchholzer (23) hatte einen anderen jungen Mann mit einer Bierflasche gegen den Kopf geschlagen und leicht verletzt. Beispielhaft zeigt dieser Fall, wie leicht eher harmlose Streitereien eskalieren können, wenn Alkohol im Spiel ist. Und am Rusbender Hafen war reichlich Alkohol geflossen. Gegen 17 Uhr an jenem 1. Mai war die Lage offenbar recht unübersichtlich. "Ein einziges Tohuwabohu", wie sich ein Polizist als Zeuge vor Gericht erinnerte. Ständig seien die Beamten "an der Kleidung gezupft" worden. Dann habe es geheißen: "Wir müssten mal kommen, weil jemand geschlagen worden sei." Hinzu kamen Probleme bei der Verständigung. "Die meisten Leute konnten nicht mehr sprechen", berichtete eine Bückeburgerin (18), die in dem Fall von Körperverletzung, in den ihre Gruppe verwickelt war, vermittelt hatte. "Ich habe für die Polizei übersetzt." Zu dolmetschen war dies: Der Angeklagte hatte eine Gruppe junger Leute passiert, war dabei von dem anderen Mann mit Bier bespritzt und nach einem Wortwechsel geschlagen worden. Mit einer Bierflasche schlug er zurück. Der Schläger hatte "nur" 0,62 Promille Alkohol im Blut, der Verletzte wohl deutlich mehr. Im Gegensatz zu Verteidiger Oliver Keller sah Richter Armin Böhm keinen Fall von Notwehr. "Ein Schlag mit einer Bierflasche ist zu viel des Guten." "Da kann man sich auch anders zur Wehr setzen." Mit seinem Urteil blieb Böhm am untersten Strafrahmen. Zur Begründung hieß es, der Angeklagte sei provoziert worden. Außerdem sei der Geschädigte nicht sonderlich schwer verletzt worden und habe am Prozess kaum Interesse gezeigt. Der Bückeburger hatte unentschuldigt gefehlt und muss nun 150 Euro Ordnungsgeld zahlen. Die Tat hält Böhm für einen "Ausreißer". Nach einem Bericht der Bewährungshilfe war der Buchholzer früher "ziemlich krawallig", was sich von 2004 an durch die Verbüßung einer Jugendstrafe (zweieinhalb Jahre) aber geändert habe.



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