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Windböe fällt alte Linde: Wie sicher ist es in Kathrinhagen?

"Ein Einzelfall - das wird nie wieder passieren"

Kathrinhagen (rnk). "Das wird nicht wieder passieren", verspricht Markus Brockmann. Das, das ist der Fall eine Linde, die vor gut drei Wochen vom Sturm mitsamt ihren Wurzeln aus dem Erdreich gerissen wurde und auf einer Wiese landete.

veröffentlicht am 23.09.2006 um 00:00 Uhr

Brockmann ist Leiter des ehemaligen Straßenbauamtes Hameln, das heute auf den schönen Titel "Landesbehörde für Straßen und Verkehr -- regionale Geschäftsstelle Hameln" hört. Dort ist man zuständig für die Auetaler Bäume. Und die würden auch regelmäßig kontrolliert, erläutert Brockmann: zweimal im Jahr, schließlich ist ohneLaub besser zu erkennen, ob ein Ast abgesägt werden muss oder ob er weiter wachsen darf. Dass die Linden nach dem Abbau einer Freilandleitung immer weiter gewachsen sind, sieht Brockmann als Hauptursache für das Kippen des Baumes an. Während früher die Bäume kurz gehalten wurde, damit sie nicht mit der Leitung in Kontakt kamen, konnten sie nach dem Verschwinden kräftig und ungehindert in den Auetaler Himmel wachsen. Damit, so Brockmann, sei natürlich auch die Fläche größer geworden, die die"Windlast" aushalten müsse. Kurzum: Die Statik des Baumes habe sich geändert. In diesem speziellen Falle komme hinzu, dass auf der anderen Straßenseite noch lange Jahre ein Baum gestanden habe, der im letzten Jahr gefällt werden mussten, als in Kathrinhagen und Westerwald über 40 alte Linden gefällt und durch neue kleinere ersetzt wurden. Damals habe die alte Linde noch viel vom Wind aufgehalten, danach habe die volle Windstärke den nun umgestürzten Baum getroffen. Erschwerend sei dazugekommen, dass der damalige Sturm mit heftigen Regenbrüchen daherkam: "Der Boden war relativ weich", erklärt Brockmann. Natürlich seien die Fachkollegen im gesamten Auetal nach dem Fallder Linde unterwegs gewesen, um die Bäume noch einmal intensiv zu kontrollieren, erklärt Brockmann: "Wir haben uns alle angeschaut und überprüft. Dies war ein Einzelfall, der nicht wieder passieren wird." "Nie würde ich nie sagen", meint Manfred Spenner. Kathrinhagens Ortsvorsteher verwiest auf die zunehmenden klimatischen Extreme, die Stärke und Häufigkeit der Windboen würde anscheinend zunehmen. Aber natürlich hoffe er, dass weitere Linden nicht gefällt werden müssten, schließlich wolle das Dorfdurch die Bäume den alleeähnliche Charakter bei der Durchfahrt behalten: "Die Bäume sind ortstypisch." Aus einem weiteren Grund ist Spenner ein bisschen skeptisch. Als im letzten Jahr entschieden wurde, dass die Bäume gefällt werden sollten, wurde vorher eine Zugprobe unternommen. Nur, wer stark genug war, durfte stehenbleiben. Und die jetzt vom Wind gekippte Linde hatte die Probe offensichtlich überstanden.

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