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Reich wie ein Scheich: In Dubai, dem Emirat der Superlative, fühlt sich manch normaler Tourist verloren

Ein Ausflug in die Luxusklasse des Übermorgenlandes

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, für 3500 Euro Urlaub zu machen. Ein Rucksackreisender kommt dafür drei Monate durch Thailand, Laos und Kambodscha. Pauschalreisende zahlen so viel für drei Wochen in einem Alles-inklusive-Klub in Spanien. Man kann das Geld auch für einen Wochenendtrip ausgeben – nach Dubai ins Prunkhotel Atlantis.

veröffentlicht am 06.03.2009 um 18:17 Uhr
aktualisiert am 26.03.2009 um 12:27 Uhr

Urlaub wie ein Scheich: Das Atlantis in Dubai.

Autor:

Jelena Altmann

Bereits am Frankfurter Flughafen merke ich, dass man als Luxusreisender anders unterwegs ist. Am Check-in-Schalter ist für mich ein roter Teppich ausgerollt. Weil ich ein mehr als dreimal so teures Flugticket besitze als Kunden der Economyclass, brauche ich mich nirgendwo anzustellen, komme schneller durch die Sicherheitskontrollen und darf mir in einer Lounge bei Schnittchen und Getränken die Zeit vertreiben.

Ein Kleinflugzeug

könnte hindurchfliegen

Der sechsstündige Flug ist wie ein DVD-Abend auf meinem Sofa. Nur dass bei mir niemand Wein, warmes Brot und Lachs mit „Baby“-Kartoffeln serviert. Meinen Sitz habe ich per Knopfdruck zu einem Bett umfunktioniert und schaue Kinofilme. So könnte ich ein paar Mal um die Welt fliegen…

In Dubai geht es mit dem Shuttle-Bus zur künstlichen Insel The Palm Jumeirah – an ihrer Spitze ist schon das rostrosafarbene Gebäude des Atlantis zu sehen. Die Flügel mit Türmchen werden von einer Brücke miteinander verbunden, in der Mitte ein Torbogen in Form eines Zwiebelturms. Ein Kleinflugzeug könnte problemlos hindurchfliegen.

Das 7-Sterne-Hotel Burj Al Arab.
  • Das 7-Sterne-Hotel Burj Al Arab.
Luxuriös: Rund 1,2 Milliarden Euro kostete das Inselressort, das
  • Luxuriös: Rund 1,2 Milliarden Euro kostete das Inselressort, das der sagenumwobenen versunkenen Stadt Atlantis nachempfunden sein soll.

Das ist es also, das neue Vorzeigeobjekt der Scheichmetropole Dubai. Das den höchsten Turm der Welt, den „Burj Dubai“, besitzt. Das eine Insel in Form einer Weltkugel baut. Das eine Stadt aus Eis in der Wüste plant. Und das mit einer Luxusherberge wie dem Atlantis protzen kann.

Das Hotel hat mehr als 1500 Zimmer, das teuerste, die fast 1000 Quadratmeter große Suite in der Brücke über dem Torbogen, kostet um die 20 000 Euro. Kylie Minogue, Boris Becker und Donna Karan waren schon hier. An der Rezeption werden von mir Pass, Kreditkarte und ein ausgefülltes Formular verlangt. Um mich herum geschäftige Mitarbeiter in orientalisch anmutender Kleidung. 3000 Mitarbeiter aus 46 Nationen sind dort beschäftigt.

In der Lobby vermischt sich Stimmengewirr mit Musik und dem Plätschern von Wasser. Es ist voll im Foyer, denn nicht nur Hotelgäste, auch Auswärtige dürfen in das Hotel kommen, um den Prunk zu bewundern, die Wandgemälde und die zehn Meter hohe Skulptur des Künstlers Dale Chihuly umrahmt von Säulen in Form von Fischflossen. Die meisten pilgern zum Elf-Millionen-Liter-Aquarium mit 65 000 Fischen. Auf dem Grund des Beckens sind Steine wie Trümmer angeordnet, die das untergegangene Atlantis nachempfinden sollen.

Ich bin erst einmal geschockt, besser gesagt schockgefrostet, als ich meine 90 Quadratmeter kleine Suite betrete. In Dubai ist es auch nachts 30 Grad warm, doch meine Unterkunft ist auf gefühlte 15 Grad runtergekühlt. Am Persischen Golf gehört Kälte zum Luxus.

Kräne an unfertigen

Einfamilienhäusern

Damit es schneller warm wird, reiße ich die Terrassentür auf und blicke auf die künstliche Insel mit ihren unfertigen Einfamilienhäusern. Auf dem Festland ragen unzählige Kräne in den Himmel. Schön ist was anderes. Zum Beispiel mein Badezimmer aus Marmor hinter einer Holzschiebetür. Handtücher gibt es mehr als bei mir zu Hause.

Als normaler Tourist wirkt man in der Luxuswelt verloren wie manche im Kaleidoscope, einem der 17 Restaurants des Hotels. Da wird der Teller voll geschaufelt mit Rührei und Würstchen, Pfannkuchen, Teigtaschen, Meeresspezialitäten, Reisnudelsuppe und Südfrüchten – und man findet nicht mehr zurück zum Tisch, weil man sich im Labyrinth aus Büfetttischen verlaufen hat.

Ich halte mich zurück, schließlich will ich im Wasserpark von Atlantis nicht untergehen wie ein Klops. Ich schnappe mir einen Schwimmreifen und steige auf einen 30 Meter hohen Turm, der an das alte Mesopotamien erinnern soll. Dann rutsche ich in den künstlich angelegten Fluss, treibe im Reifen auf den künstlichen Stromschnellen dahin.

Als ich die künstliche Welt hinter mir lasse, treffe ich Shama, Habibi und Helal. Endlich ein Stück Orient angesichts der Kamele. Ihr Führer Naite erlaubt mir, sie zu streicheln. Er gehört zum Hotel wie das Sonnensegel, unter dem es sich die Gäste auf handgewebten Teppichen bei Tee gemütlich machen. Viel mehr scheint vom Gestern des Übermorgenlandes nicht übrig geblieben zu sein.

Informationen

Anreise: Fluggesellschaften wie Etihad, Emirates und Condor bedienen die Strecke nach Dubai regelmäßig.

Einreise: Deutsche bekommen ein Besuchervisum, das 60 Tage gültig ist. Der Pass muss noch sechs Tage gültig sein. Wer einen israelischen Reisestempel im Pass hat, darf nicht einreisen.

Reisezeit: Die beste Reisezeit ist von Oktober bis April, dann ist es nicht so heiß wie etwa im Juli und August.

Unterkunft: Die Reise bucht man am bequemsten pauschal. Die Luxusversion mit drei Übernachtungen in der Terrace-Suite des Hotels Atlantis gibt es bei EWTC ab etwa 3500 Euro.

Weitere Informationen: Dubai Tourismus, P.O. Box 594, Dubai, United Arab Emirates, Tel. (97 14) 2 23 00 00. www.dubaitourism.ae

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