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Förderverein: Hein für weitere zwei Jahre Vorsitzender / Kinderbecken-Sanierung "jenseits der 100 000 Euro"

Ein alter Freibad-Traum befeuert wieder die Phantasie

Obernkirchen (rnk). Wiedergewählt. Und natürlich einstimmig. Für weitere zwei Jahre wird daher Wolfgang Hein die Geschicke des Fördervereins Sonnenbrinkbad leiten. "Noch einmal", so kommentierte Hein seine Wahl auf der alle zwei Jahre stattfindenden Hauptversammlung und ließ dabei durch Tonfall und Wortwahl durchblicken, dass danach eine weitere Amtszeit in seiner Lebensplanung eher nicht vorgesehen ist.

veröffentlicht am 22.05.2008 um 00:00 Uhr

Wolfgang Hein

Sein noch zu findender und vom Vorstand aufzubauender Nachfolger darf sich auf eine Aufgabe der größeren Art einstellen. Allein die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. 2007 hat der Förderverein 280 000 Euro ausgegeben: 69 000 Euro an reinen Betriebskosten für Energie, Abwasser, Chemie, Sohle oder Reinigung, 90 000 Euro für die Instandsetzung eines fast 80 Jahren alten Bades, 96 000 Euro an Personalkosten für die beiden fest angestellten und die vielen auf Stundenbasis bezahlten Mitarbeiter, 14 000 Euro für die Verwaltung, also Bürobedarf und Gebühren sowie 5000 Euro Werbekosten. Dazu sind verschiedene Groß-Veranstaltungen zu stemmen, die bislang nie mit roten Zahlen endeten und immer einen, wenn auch nur kleinen, aber doch steten Gewinn abwarfen. Auf der Habenseite werden Eintrittsgelder stehen, die naturgemäß stark wetterabhängig sind. Waren es 2006 noch 165000 Euro, die die Besucher in die Fördervereinskasse spülten, so musste im letzen Jahr, als der Sommer auf den April fiel, ein Rückgang auf 130 000 Euro hingenommen werden. "Das Plus aus 2006 haben wir im letzten Jahr wieder reingebuttert", umriss Hein die Lage. Näher wurden die Einnahmen auf der Hauptversammlung nicht erläutert, nur das Gesamtergebnis wurde bekannt gegeben: Es lag ein paar Euro über den Ausgaben; wäre der Förderverein kein eingetragener ehrenamtlicher Verein, er hätte - wie im Vorjahr - einen Bilanzgewinn verkünden können. Ohne außerplanmäßige Hilfe der Stadt, so Hein, hätte das zweijährige Modernisierungsprogramm wohl nicht umgesetzt werden können. Hein dankte für 147 000 Euro. Eigentlich hatte sich der Vorstand nach dem Jubiläumsjahr auf ein eher ruhiges Jahr eingestellt, doch die großen technischen Probleme häuften sich. Filteranlage, Herrendusche, Sohle des Umkleidebereichs, veraltete Rohrleitungen, die durch einen Blitzschlag völlig zerstörte Elektroverteilung und die neue Beckendurchströmung rissen große Löcher in den Etat. Ein weiteres Problem ist das Engagement der freiwilligen Helfer: Es lässt deutlich nach. Vielleicht liege es in der Natur der Sache, vermutete Hein: Wenn man den Eindruck habe, ein Projekt wie das Freibad laufe nach einem Jahrzehnt ehrenamtlicher Trägerschaft gut, dann könne man sich auch zurücklehnen und die Arbeit anderen überlassen. Doch gerade die ehrenamtliche Hilfe im Bad sei eine wichtige Stütze. Bei den Zielen für die nächsten (beiden?) Jahre ließ sich Hein nur ein wenig in die Karten gucken. Das neue Kinderbecken steht ganz oben auf der Prioritätenliste, die Kosten dafür schätzt Hein "auf jenseits der 100 000 Euro". Finanziell sei dies durchaus machbar, zur Absicherung könnten Bürgschaften dienen. Wenn die Finanzierung klappt, soll auch ein Traum in Angriff genommen werden, der schon zum Jubiläum die Phantasie der Mitglieder und Schwimmer befeuerte: eine Überdachung des Freibades. Als zusätzliches Angebot wird es in diesem Jahr ein Drachenbootrennen geben, für das man sich Mindener Profis als Unterstützung gewonnen habe. Beim Drachenboot sitzen je nach Bootstyp zwischen zehn und 50 Paddler in Fahrtrichtung zu zweit auf einer Sitzbank. Sie paddeln, abhängig von ihrer Sitzposition, mit dem Stechpaddel entweder auf der rechten oder auf der linken Bootsseite. Freibad-Organisationschefin Christine Nähring konnte der Idee viel abgewinnen und sicherte ihre Teilnahme zu: "Ich mach' den Drachen." Die Versammlung endete mit einer schönen Geste. Thomas Hose, Wirt des Sonnenbrink-Restaurants, spendete die Getränkeeinnahmen für das neue Kinderbecken, immerhin kamen so 140 Euro in die Spendenkasse.



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