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Ohne Bauantrag keine Sanierung: Behörde drohte mit Stilllegung der Baustelle

Eigentümer des Brandhauses klagt: "Die Stadt legt mir Steine in den Weg"

Bückeburg (tw). Legt die Stadt Bückeburg dem Besitzer des Hauses Lange Straße 29 bei der Sanierung des Brandobjekts Steine in den Weg? "Ja", sagt Andreas Grünhage (40) - und hört den Amtsschimmel wiehern. Grund seines Unmuts: Weil die Instandsetzung der beim Großfeuer vom 4. März beschädigten rückwärtigen Fassade des Denkmalobjekts vom Bauamt "nicht genehmigt" worden sei, habe die Stadt mit der Stilllegung der Baustelle gedroht... Um das Schlimmste abzuwenden, hat der Bückeburger die weiteren Arbeiten jetzt zähneknirschend auf Eis gelegt.

veröffentlicht am 29.04.2008 um 00:00 Uhr

Andreas Grünhage hat die Sanierung der Rückfassade des Hauses La

Vorgeschichte: "Vor Beginn der Sanierungsarbeiten hatte ich mit der Stadt vereinbart, einen ,Zweizeiler' einzureichen, der als Antrag für das Ausführen der Arbeiten vollkommen ausreichend sein sollte", sagt der Bückeburger Betriebswirt. Das habe bei einem ähnlichen Projekt 2002 auch vollauf genügt. Grünhage staunte indes nicht schlecht, als er auf seinen Zweizeiler vom 6. April am 21. des selben Monats Post von der Stadt erhielt, in der es heißt, dass die "nicht näher beschriebenen Dach- und Fassadenarbeiten" dem Genehmigungsvorbehalt des Paragrafen 68 der Niedersächsischen Bauordnung unterliegen: "Für genehmigungspflichtige Baumaßnahmen ist ein Entwurfsverfasser zu bestellen", heißt es in dem Schreiben weiter. Karlheinz Soppe, Fachbereichsleiter Planen und Bauen, gestern auf Anfrage der Redaktion: "An einem solchen Antrag führt kein Weg vorbei - da gibt's nichts zu diskutieren." Völlig aus dem Ruder lief die Sache für den Bückeburger indes, als die Landes-Zeitung am 16. April wahrheitsgemäß berichtete, dass an dem Brandobjekt Sicherungs- und Sanierungsarbeiten begonnen hatten. Daraufhin kam es noch am selben Tag zu einem Ortstermin des von Grünhage beauftragten Architekten mit zwei Mitarbeitern des Bauordnungsamtes. Den Verlauf hat Kresimir Gorenc (Studio 2 plus) in einer Gesprächsnotiz festgehalten: Die Mitarbeiter "drohten wegen einer fehlenden Genehmigung mit einer Stilllegung der Bauarbeiten". Soppe wollte sich dazu gestern auf Anfrage nichtäußern. Der Fachbereichsleiter verweist darauf, dass es sich um eine "nicht öffentliche" Angelegenheit handelt. Gorenc weiter: "Meinen Einwand, es handele sich ausschließlich um notwendige Reparaturen nach einem Brand, ließen die Vertreter des Bauamts Bückeburg nicht gelten, da es sich bei dem Gebäude um ein Denkmal handele und sämtliche Arbeiten genehmigt werden müss(t)en." Um eine Stilllegung der Arbeiten abzuwenden, habe Grünhage eine "schriftliche Erklärung" abgeben müssen, dass keine weiteren Arbeiten ohne eine Baugenehmigung erfolgen. Im Gegenzug sei daraufhin zumindest vereinbart worden, dass die bereits begonnenen Arbeiten noch beendet werden dürfen. Nun - die geforderte Erklärung hat der Bückeburger über seinen Architekten inzwischen abgegeben. Und zugleich erklärt, dass sich die strittigen Baumaßnahmen auf "Reparaturen am Fachwerk" beschränkten: "Durch den Brand beschädigtes Fachwerkholz und Sparren werden von einer Zimmerei fachgerecht durch neues Holz ausgetauscht." Jetzt wartet Grünhage ungeduldig darauf, dass die Unterlagen für den Bauantrag einschließlich Brandschutzkonzept erstellt und von der Behörde dann - hoffentlich - genehmigt werden. Derweil rinnt der Regen weiter an der nicht zu Ende sanierten Fassade herab und durchnässt die Wände im Inneren ... "Das", klagt der Eigentümer, "ist weder den Mietern noch dem Ladengeschäft zuzumuten". Übrigens: Was das Ganze für den Bückeburger noch grotesker macht, weil es für ihn in keinem Verhältnis zu dem erlittenen Gebäudeschaden steht: Bereits am 5. März, nur einen Tag (!) nach dem Großbrand, ging bei Grünhage ein Schreiben der Stadt ein, in dem die Behörde den "möglichen Schaden" an einem städtischen Baum anmeldet, der zwei Meter vor dem Gebäude steht. "Obwohl derzeit am Rindenbild keine Brandschäden festzustellen sind", heißt es in dem Brief, könne der Baum im Zuge der "enormen Hitzeentwicklung während des Brandes durch Zerstörung der Zellen stark geschädigt worden sein".



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