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Weserberglandweg von Hannoversch Münden bis Porta soll ein "Markenprodukt" werden

Ehrgeiziges Ziel: 140 Kilometer pure Qualität

Weserbergland (wm). Wandern ist der Trendsport schlechthin. Weitwandernüber mehrere Tage haben Promis wie Manuel Andrak ("Du musst wandern") und Hape Kerkeling ("Ich bin dann mal weg") mit ihren Bestsellern bekannt gemacht. Doch es muss nicht immer der Jakobsweg nach Santiago de Compostella sein. Deshalb haben der Naturpark Weserbergland und der Verein Weserbergland Tourismus e.V. jetzt das Ingenieurbüro Umwelt Institut in Höxter beauftragt, eine Wegstrecke für einen 140 Kilometer langen "Qualitätswanderweg Weserbergland" von Hannoversch Münden über Rinteln bis Porta Westfalica zu finden. Ein 100 000-Euro-Projekt, das auch mit europäischen Geldern aus dem Leader-Plus-Programm finanziert wird.

veröffentlicht am 06.09.2007 um 00:00 Uhr

Wanderer lieben Naturuntergrund - Schotterwege von mehr als drei

Erstes Problem: Einen Weserberglandweg gibt es schon, doch der Weg ist nur fragmentarisch ausgeschildert, die Strecke zum Teil wenig attraktiv: Viel Schotter oder Asphalt, breite Einfallschneisen für die Forstwirtschaft; manche auf der Karte markierte schöne Aussicht ist zugewachsen. Wanderer wollen aber geschwungene Pfade auf naturbelassenem Untergrund. Zweites Problem: Vorhandende Weitwanderwege durchs Weserbergland knüpfen zwar teilweise an ein überregionales Wanderwegenetz an, lassen sich aber nicht für die Region vermarkten. Eine wanderfreundliche Wegfindung in unserer durch und durch strukturierten Landschaft sei eine Wissenschaft für sich, schildert Bernd Schackers, Projektleiter beim Umwelt-Institut in Höxter. Er sei probeweise schon mal rund um den Hohenstein gewandert - landschaftlich sicher ein Höhepunkt des geplanten Weserberglandweges - und habe überrascht festgestellt, dass selbst hier viele Wege geschottert und breite Holzabfuhrpisten sind. Hier hoffe man bei der alternativen Wegesuche auch auf die Hilfe der Forstverwaltung. Zunächst werde man auf detaillierten Karten und mit Luftbildern die Wege ausschließen, die sich auf keinen Fall für einen "Qualitätswanderweg" eignen. Dann werden sich Heike Jandt und Silke Erdmann vom Institut die Wanderschuhe anziehen und in ihren Rucksäcken Digitalkamera und Computer verstauenund die Strecken abgehen. 23 Kriterien werden unterwegs bewertet, erläuterte Schackers, und in ein Punktesystem umgesetzt. So soll beispielsweise geklärt werden, wo es Schutzhütten gibt, ob die Landschaft abwechslungsreich ist oder der Weg an einem Industriegelände vorbeiführt. Geschult worden sind die beiden Wegfinderinnen vom Deutschen Wanderverband aus Kassel, der auch die Kriterien für optimale Wanderwege zusammengestellt hat. Schon heute ist für Schackers klar: Zumindest bei der Durchquerung der meisten Städte auf der Strecke muss für einen attraktiven Weserberglandweg eine neue Route gesucht werden. Sind alle Teilstrecken der rund 140 Kilometer gefunden, müssen sie noch durchgehend ausgeschildert und in eine Karte übertragen werden. Am Ende soll der Weserberglandweg das Prädikat "Qualitätsweg" vom Deutschen Wanderverband erhalten, womit man dann auch werben kann. Erik Neumeyer, Sprecher des Deutschen Wanderverbandes, betonte, Wanderwege gebe es bekanntlich viele, aber eben wenige gute. Der Wanderverband setze sich deshalb für "mehr Qualität, also Klasse statt Masse" ein. Ziel sei es, so Schackers, mit dem Weserberglandweg ein "Markenprodukt" zu schaffen, das deutschlandweit vermarktet werden kann. Wie das funktioniert, haben andere Regionen bereits vorgemacht: Der Rothaarsteig, von Brilon im Sauerland bis Dillenburg, 154 Kilometer lang, 2001 eröffnet, gilt unter Wanderern als Topstrecke, was Gastwirte wie Hoteliers an der Strecke freut. Harald-Schmidt-Assistent Manuel Andrak hat den Lieserpfad in der Vulkaneifel von Daun nach Wittlichüber 40 Kilometer mit bis zu 750 Metern Höhenunterschied zu Deutschlands schönstem Wanderpfad gekürt und damit den Tourismus dort merklich angekurbelt. Bernd Schackers hofft denn auch, zur Eröffnung des Weserberglandweges einen prominenten Wanderer auf die Strecke locken zu können. Informationen über den Deutschen Wanderverband gibt es im Internet unter www.wanderbares-deutschland.de .



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