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Landkreis will neues Angebot einführen / Erste Verhandlungen mit Samtgemeinde Nenndorf

Ehrenamtskarte: Wer sie wann wofür bekommt

Samtgemeinde Nenndorf (fox). Das ehrenamtliche Engagement soll anerkannt und belohnt werden. Nach der landesweiten Einführung der Sportehrenamtskarte hat Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) Anfang September gemeinsam mit kommunalen Spitzenverbänden die Ehrenamtskarte vorgestellt. Mit dieser sollen Menschen im Alter ab 18 Jahren, die sich mindestens seit drei Jahren fünf Stunden pro Woche oder 250 Stunden imJahr ehrenamtlich engagieren, beispielsweise Vergünstigungen beim Eintritt in öffentliche Einrichtungen erhalten. Derzeit arbeitet der Landkreis Schaumburg Angebote mit der Samtgemeinde Nenndorf aus. Die Verhandlungen stehen jedoch erst am Anfang.

veröffentlicht am 03.11.2007 um 00:00 Uhr

Anneliese Schröder (83) zeigt die neu eingeführte Ehrenamtskarte

Für die Bad Nenndorferin Anneliese Schröder geht mit der Einführung der Ehrenamtskarte ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Seit mehr als anderthalb Jahren macht sich die 83-Jährige für eine Anerkennung ehrenamtlicher Arbeit, insbesondere der von Feuerwehrleuten stark, und hat ihre Forderungen unter anderem in hartnäckigen Eingaben an den Petitionsausschuss des Niedersächsischen Landtages formuliert. "Diese Menschen und deren Arbeit sollen so ins Gedächtnis der Gesellschaft gerufen werden", sagt Schröder. Auch Gemeindebrandmeister Uwe Blume freut sich, dass die Ehrenamtskarte eingeführt werden soll und schätzt das Engagement der Seniorin. Rund 300 freiwillige Feuerwehrleute gebe es in der Samtgemeinde Nenndorf, sagte er. Wie viele davon die Kriterien zum Besitz der Karte erfüllen, müsse noch ermittelt werden. Blume würde sich gern mit Vertretern der Samtgemeinde an einenTisch setzen, um sich für möglichst einvernehmliche Lösungen und Angebote einzubringen. Doch bises soweit ist, kann es noch ein wenig dauern. Denn die Verhandlungen zwischen Kreis und Samtgemeinde stehen erst am Anfang. Landkreissprecher Klaus Heimann bestätigte, dass die Vorbereitungen zur Einführung der Ehrenamtskarte laufen. Bei einer Arbeitssitzung Anfang dieses Monats sei das Thema erstmals erörtert worden. Heimann nannte den Vorgang "komplex". Es müsse nun gemeinsam mit der Samtgemeinde Nenndorf ausgelotet werden, welche Angebote zu welchen finanziellen Bedingungen gemacht werden können. Im von Anneliese Schröder angeregten Beispiel des freien Eintritts ins Hallenbad Bad Nenndorf, dessen Träger der Landkreis ist, gab Heimann zu bedenken:"Schwimmbäder sind defizitär, es lassen sich da nicht unbegrenzt Vergünstigungen einführen." Es müsse wohlüberlegt sein, in welchen Bereichen die Angebote gemacht werden. Umüberhaupt in den Genuss der Ehrenamtskarte zu gelangen, müssen jene, die es betreffen könnte, viel Vorarbeit leisten. Mindestens 750 Stunden ehrenamtliche Leistungen in den vergangenen drei Jahren sind gefordert. Thomas Böhme, Mitarbeiter der Niedersächsischen Staatskanzlei in Hannover, sagte dazu: "Die Karte wird Menschen zuteil, die bereits herausragende Leistungen erbracht haben, bevor sie in den Genuss der Ehrenamtskarte kommen. Stellt man diese Arbeit den Vergünstigungen gegenüber, fährt jede Kommune gut damit." Die letzte Entscheidung darüber, welche Angebote den Ehrenamtlichen in Nenndorf gemacht werden, liegt bei der Kommune und ist heute noch unklar. Wie Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese zu bedenken gibt, stehen die Gespräche mit dem Landkreis erst am Anfang, so auch auf Samtgemeindeebene: "Wir müssen uns erst noch abstimmen."



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