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Kommunen in Schaumburg zeigen Geschlossenheit / Kooperationen untereinander geplant

Ehrenamtskarte: Alle wollen mitmachen

Landkreis (fox). Anders als in der benachbarten Region Hannover kommt das Projekt Ehrenamtskarte, das Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff im September vorgestellt hatte, im Landkreis Schaumburg voran. Die Region hat sich komplett von der Idee abgewandt. Bei einer Arbeitssitzung am 14. November im Kreishaus in Stadthagen haben sich elf von zwölf Vertreter der Schaumburger Kommunen getroffen und sich auf das weitere Vorgehen verständigt. Nach Auskunft von Landkreis-Sprecher Klaus Heimann sei Ihm keine Kommune in Schaumburg bekannt, die sich vor der Ehrenamtskarte sperre.

veröffentlicht am 17.11.2007 um 00:00 Uhr

Die Ehrenamtskarte: Auf goldfarbenem Untergrund ist ein rot-weiß

Mit der Karte sollen Menschen ab 18 Jahren, die sich mindestens seit drei Jahren fünf Stunden pro Woche oder 250 Stunden im Jahr ehrenamtlich engagieren, beispielsweise Vergünstigungen beim Eintritt in öffentliche und nach Absprache auch gewerbliche Freizeiteinrichtungen erhalten. Nach Informationen Heimanns soll die Karte kreisweit nutzbar werden. Rintelns erster Stadtrat Jörg Schröder sagte: "Wir finden das Angebot gut." Nun müsse die Stadt die Angebote sammeln und planen. Auch Obernkirchens Bürgermeister Oliver Schäfer sagt zu: "In den nächsten Tagen spreche ich mit potenziellen Partnern, die Vergünstigungen gewähren können." Thomas Priemer, Bürgermeister der Gemeinde Auetal, steht der Karte aufgeschlossen gegenüber, verweist jedoch an die Federführung des Landkreises Schaumburg, dessen Entscheidungen sich die Gemeinde anschließen wolle. Genau wie sein Nenndorfer Pendant Bernd Reese (wir berichteten), steht Eilsens Samtgemeindebügermeister Bernd Schönemann mit den Überlegungen "am Anfang". "Wir hatten das Thema gerade im Samtgemeindeausschuss und sehen die Karte positiv." Nun müsse überlegt werden, in wiefern man den Ehrenamtlichen Vergünstigungen gewährt. Schönemann kann sich eine Zusammenarbeit mit Restaurants ebenso vorstellen, wie die Kooperation mit dem "Steinzeichen" oder Einrichtungen anderer Kommunen. Einen Ansprechpartner dürfte Schönemann in dieser Sache in Bückeburgs Stadtdirektor Reiner Brombach finden. Dieser schätzt nicht nur die Ehrenamtskarte, um die Arbeit der Inhaber auf diesem Weg "materiell zu honorieren". Brombach wäre auch bereit, mit anderen Kommunen zu kooperieren. Dies gelte zunächst für die städtischen Einrichtungen. Jedoch ist der Stadtdirektor auch zu Gesprächen mit anderen Freizeiteinrichtungen in der Stadt bereit. Überlegungen habe es bereits gegeben. In den Haushalt 2008 sei jedoch noch kein entsprechender Posten eingeplant, um beispielsweise gewährte Rabatte in öffentlichen Einrichtungen auszugleichen. Auch Nienstädts Samtgemeindebürgermeister Rolf Harmening gibt grünes Licht für das Projekt. "Es hat einen dahingehenden Verwaltungsausschuss-Beschluss gegeben." Mangels Freibad oder ähnlichen Einrichtungen blickt Harmening auf die bereits bestehende Zusammenarbeit mit Obernkirchen, Stadthagen und Bückeburg: "Von diesen bekommen wir im Sommer Freibad-Ermäßigungen." "Es hat Abstimmungsgespräche zwischen uns und dem Landkreis gegeben", berichtet Fritz Wehling, Hauptamtsleiter der Stadt Stadthagen. "Wir sehen der Ehrenamtskarte ausgesprochen positiv entgegen." Nun müsse das Thema weitergeplant und an die Politik herangetragen werden. Mitmachen will auch die Samtgemeinde Lindhorst, wie die stellvertretende Ordnungsamtsleiterin Birgit Gerland erklärt. "Grundsätzlich sind wir dabei, wir müssen nun noch genau überlegen, was wir anbieten." Sehr weit fortgeschritten ist die Samtgemeinde Rodenberg beim Thema Ehrenamtskarte. "Wir machen mit", sagt Samtgemeindebürgermeister Uwe Heilmann. Beide Freibäder sowie die Eishalle würden Vergünstigungen anbieten, kündigte Heilmann an. Er persönlich ist jedoch der Ansicht, dass Ehrenamtlichen für deren Arbeit mit einem Schulterklopfen zum richtigen Zeitpunkt eher gedankt sei, als mit zehn Prozent Ermäßigung. Die Ehrenamtskarte hält Heilmann nicht für das geeignete Instrument, um die Arbeit der freiwilligen Feuerwehren zu honorieren. "Die haben ganz andere Ansichten", so Heilmann. Wer sich diesem Dienst verschrieben habe, sei mit Leib und Seele dabei. "Den Gegenwert dieser Arbeit kann man nicht bezahlen." Abwarten möchte zunächst Sachsenhagens Samtgemeindebürgermeister Arthur Adam. "Wir werden über das Projekt Ehrenamtskarte im Rat diskutieren." Generell will Adam das Thema differenziert betrachten. Vergünstigungen seien für kleine Gemeinden schwieriger aufzubringen, als für größere Städte.



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