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Künstler Eg Witt entdeckt Wortmalerei / "Glutofen" ruft Erinnerungen wach

Ehemalige Hüttjer begeistert: "Witt hat die Stimmung genau getroffen"

Rinteln (who). Die Glashütte Stoevesandt mit ihren Arbeiterhäusern ist über Generationen ein eigener kleiner Kosmos in der Nordstadt gewesen mit besonderen Charakteren und einem spezifischen Lebensgefühl, das nur nachvollziehen konnte, wer dort gelebt hat oder nah dran gewesen ist an den "Hüttjern".

veröffentlicht am 11.11.2008 um 00:00 Uhr

Mit seinem Buch "Glutofen" bricht Eg Witt auf in ein neues Schaf

Der Rintelner Künstler Eg Witt hat dieses unverwechselbare eigentümliche Flair in seinem Buch "Glutofen" (wir berichteten) genau getroffen. In der Buchhandlung Droste hat Witt jetzt sein Buch persönlich vorgestellt. Den rund 70 Zuhörerinnen und Zuhörern stand förmlich in die Gesichter geschrieben, wie sehr Witt vertraute Saiten zum Klingen bringt und Erinnerungen wach ruft. Die alten Geschichten sind plötzlich wieder präsent. So die von den Vätern, die ihre persönlichen Expertentipps als Glasbläser ihren Söhnen weitervermitteln und sie hintrainieren auf die Königsdisziplin, das Blasen von 60-Liter-Riesenballons. Eg Witt hat mit diesem Buch die Wortmalerei entdeckt und erschließt sich ein ganz neues Feld künstlerischen Schaffens. Die Lesung aus dem Glutofen hatte Helga Frevert von den Rintelner Lesefreunden übernommen und vermittelte ihren Zuhörern, wie schön trotz mancher Beschwerlichkeiten das Leben bei den Glasmachern auf der Hütte doch war - durch den Zusammenhalt in der Familie und in der Nachbarschaft in den Arbeiterreihenhäusern. Witt habe die Stimmung getroffen, bestätigen ihm eingeborene Hütjer unter der Zuhörerschaft. Seine Erinnerungen sind auch die ihren und dass er nicht persönlich vorliest, zeigt die Wirksamkeit seines Wortschaffens. Eg Witt: "Als Maler weiß ich, dass ein Bild mehr als tausend Worte sagen kann. Als Schriftsteller ahne ich, dass ein Text mehr als tausend Bilder sagen kann." Wie genau Witt das Leben in der "Hütte" und ihrer kleinen Welt gemalt hat, bestätigt auch Hermann Stoevesandt. Als Insider von der anderen Seite, als Kind der Besitzerfamilie, hat er fast jede der beschriebenen Hütten-Persönlichkeiten und viele Begebenheiten wiedererkannt. So erzählte er in seiner Laudatio eigene Geschichten, die vom Glutofen so sehr beflügelt sind, dass Eg Witt scherzte: "Dass hier wird Glutofen Band zwei..."



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