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"Lebensbilder": Verein Akzente bietet neue Selbsterfahrungsgruppe für Frauen

Ehe geschieden, Kinder aus dem Haus - und wie geht das Leben jetzt weiter?

Rinteln (cok). Kein Wunder, dass es Frauen ab Mitte 40 waren, die im Bürgerhaus zusammenkamen, um sich über eine Selbsterfahrungsgruppe zu informieren, die sich speziell an Frauen in "Umbruchsituationen" wendet. Der Rintelner Verein "Akzente", sonst überwiegend mit Beratung für Existenzgründerinnen befasst, bietet ab Oktober die Gelegenheit, in einem gruppendynamischen Prozess an einem neuen Selbstbild zu arbeiten.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 14:48 Uhr

Die beiden Diplom-Sozialpädagoginnen Tatjana Rösener (l.) und Ba

Zwölf Abende sind geplant, die die beiden Diplom-Sozialpädagoginnen Barbara Pöhler und Tatjana Rösener möglichst frei gestalten wollen, als einen Freiraum, in dem die Teilnehmerinnen von ihren Lebenssituationen berichten, miteinander ins Gespräch kommen, ihr Verhalten in der Gruppe reflektierenund über das Feedback, das sie von den anderen bekommen, begreifen, wo sie gegen vielleicht ganz typische Mauern laufen, wo aber auch Chancen bestehen, die eigene Rolle in Familie, Arbeitsumfeld, Partnerschaft und Freundeskreis neu zu begreifen. Unterstützt werden die beiden Leiterinnen dabei von ihrem Mentor Dr. Wolfgang Professor, der als Trainer für Gruppentherapien das Grundkonzept für die Rintelner Gruppe abgesegnet hat und auch als Supervisor zur Verfügung steht. Mit ihm werden sich Barbara Pöhler und Tatjana Rösener in regelmäßigenAbständen treffen. Unter den Teilnehmerinnen, die sich für die Selbsterfahrungsgruppe mit dem Motto "Lebensbilder" interessieren, war zum Beispiel eine Frau, die gerade - nach der Pensionierung aus ihrem Beamtenberuf und der Ehescheidung - von der Großstadt aufs Land gezogen ist, bisher noch schmerzlich ihre ehemaligen Freundeskreise vermisst und sichnicht sicher ist, ob sie hier weiter neuen Boden unter den Füßen suchen soll oder doch lieber wieder in die große Stadt zurückkehrt. Eine andere Frau hatte neben ihrer Arbeit als Erzieherin immer eine Familie mit Mann, zwei Kindern und der Mutter versorgt. Nun ist innerhalb kürzester Zeit ihre Ehe geschieden worden, die Kinder sind zum Studieren aus dem Haus, die alte Mutter ist gestorben, der Beruf aus körperlichen Gründen nicht mehr auszuüben. "Ich weiß noch so überhaupt nicht, wie ein neues Leben aussehen könnte", sagte sie. Eine Dritte möchte über ihre Rolle als Frau nachdenken und darüber, warum gerade Frauen so oft unter Schuld- und Minderwertigkeitsgefühlen leiden, besonders dann, wenn sie nicht mehr den gängigen Klischees entsprechen wollen und dann sehen, wie sehr sie in ihrem Bekanntenkreis anecken. "Wie sich die Gruppe entwickelt, wo schließlich die Schwerpunkte liegen werden, das liegt an den Teilnehmerinnen selbst", erklärt Barbara Pöhler. "Was wir bieten, ist der Rahmen, wo durch ein vertrauensvolles Beziehungsspiel ein verändernder Blick auf die eigene Persönlichkeit möglich wird." Noch sind einige Plätze frei. Bis Anfang September sollten Interessierte sich aber gemeldet haben unter (05751) 891270. Die Teilnahme an dieser Selbsterfahrungsgruppe ist kostenlos. "Das heißt - nicht ganz!", so beiden Leiterinnen. "Was es kostet, ist der persönliche Einsatz jeder einzelnen Teilnehmerin."

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