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Existenzen werden vernichtet

Egoismus hat in der Pandemie nichts zu suchen

Es ist zum Mäusemelken. Die Coronapandemie offenbart die Abgründe deutscher Freiheitskultur bis ins Mark. Da wird gefeilscht, Verordnungen ausgelegt, wie es eben grad so passt und allerorts gemeint, alle anderen müssten sich an Vorgaben halten, jetzt gerade bei einem selbst komme es aber ja mal nicht so drauf an.

veröffentlicht am 13.11.2020 um 19:41 Uhr

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Zu: „Versammlung im Risikogebiet“, vom 5. November


Da wird vor laufender Kamera über Parteitage mit über 1000 Delegierten gestritten, werden Geprächspartner in Podcasts anmoderiert, die es – hurra – vor dem „Lockdown“ gerade noch aus ihrem Urlaub zurückgeschafft haben, abendfüllend Beiträge mit vollen Kneipen gesendet, als hätten die Leute es völlig zu Recht noch mal krachen lassen, bevor wir alle weggesperrt würden.

Last, but not least werden vor der eigenen Haustüre Ausschusssitzungen mit 65 Teilnehmern an der Holtenser Landstraße abgehalten, weil die ja von der Verordnung ausgenommen seien, während Querdenkerdemonstrationen in der Innenstadt mit Bußgeld belegt werden.

Es scheint immer noch niemand wirklich verstanden zu haben. Wie soll dem normalen Bürger Vorsicht, Abstand und Verantwortung selbstverständlich werden, wenn nicht einmal Personen an maßgeblichen Stellen wie Politik, Verwaltung und Journalismus begriffen haben, worum es geht? Dieser deutsche Mentalsport – wer umgeht was am besten – ist aus epidemiologischer Sicht die viel größere Pest als das Virus selbst. Wann begreifen die Leute endlich, dass Egoismen und die Fünfe-Grade-Mentalität in einer Pandemie, egal welcher, nichts zu suchen haben? Existenzen werden vernichtet, uns Steuerzahler kosten es Milliarden und vielen Menschen das Leben.

Schuld daran ist aber weder Politik noch die Pandemie allein, sondern vor allem dieses tief in unser aller Köpfe verankerte Missverständnis in der Auslegung deutscher freiheitlich-demokratischer Grundordnung.



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