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Der Richtwert für Lärm wird noch unterschritten / Was das Beckenbauer-Gutachten wirklich aussagt

Edeka: Schallschutz auf den Punkt gebracht

Bad Eilsen/Bielefeld (tw). Die Kontroverse der Gutachter um den Schallschutz für den geplanten Edeka-Markt mit seinen 1150 Quadratmetern Verkaufsfläche und 90 Stellplätzen überfordert nicht nur die Politiker; auch die Bürger, welche die jüngste Sitzung des Bad Eilser Bauausschusses im Haus des Gastes verfolgten (wir berichteten), sehen angesichts der Vielzahl von Zahlenkolonnen den Wald - sprich: das Wesentliche - vor lauter "Bäumen" nicht mehr.

veröffentlicht am 14.02.2007 um 00:00 Uhr

Immer wieder Ziel von Vandalen: der rückwärtige Bereich der früh

Dabei ist das, was Professor Dr.-Ing. Klaus Beckenbauer (Bielefeld) im Auftrag der Edekaüber die Schallbelastung, die vom Markt ausgehen wird, zu Papier gebracht hat, im Ergebnis ganz einfach. Kernaussage: Geeignete Schutzmaßnahmen vorausgesetzt, "wird der Immissionsrichtwert tagsüber an allen betrachteten Immissionsorten unterschritten und somit eingehalten." Besagter Richtwert darf an Werktagen zwischen 6 und 22 Uhr 55 Dezibel nicht überschreiten. Konkret: Die von Beckenbauer errechneten Werte liegen mit 54,4 Dezibel (Spitzenwert) um 0,6 Dezibel unter dem zulässigen Richtwert. Damit dieser Richtwert tatsächlich eingehalten werden kann, sind nach Maßgabe des Schallschützers folgende Maßnahmen zwingend nötig: Die Fahrwege des Marktes müssen asphaltiert werden; Die Einkaufswagen, die neben dem Ein- und Ausgang des Marktes geparkt werden, müssen "lärmarm" sein; entsprechende Wagen werden etwa von der "Wanzl Metallwarenfabrik" mit Sitz in Leipheim gefertigt; Der Platz für den Papier-Presscontainer im Bereich der Warenanlieferung auf der Südseite des geplanten Lebensmittelmarktes muss mit einer Lärmschutzwand nach Westen und Süden abgeschirmt werden; die Nordseite wird durch den Markt selbst abgeschirmt. Besagte Lärmschutzwand soll sich auf einer Länge von drei Metern nach Süden hin an den Markt anschließen, nach drei Metern nach Norden abknicken und sieben Meter parallel zum Marktgebäude verlaufen. Ihre Höhe sollte drei Meter betragen. Beckenbauer: "DieÖffnungszeit des Marktes sollte im Zeitraum zwischen 8 und 22 Uhr liegen" und damit zwölf Stunden nicht überschreiten. Das Anliefern der Waren für den E-Neukauf ist - wie gesagt - an der Südseite des Marktes vorgesehen; auf eine Belieferung zur Nachtzeit zwischen 22 und 6 Uhr soll verzichtet werden. Der ins Gebäude integrierte Backshop soll von der Nordseite des Marktes und damit von der Bahnhofstraße aus beliefert werden. Von den Kunden "angefahren" wird der E-Neukauf ebenfallsüber die Nordseite. Der Gutachter: "Auf Grundlage der ,Parkplatzlärmstudie 2006' des Bayerischen Landesamtes für Umweltschutz wurde dabei ein Pkw-Kundenverkehr von 966 Pkw und 1932 Pkw-Bewegungen pro Tag ermittelt." Was die Geräusche betrifft, die von Autos bei der An- und Abfahrt zum Markt ausgehen, so muss nach der "Technischen Anleitung Lärm" (TA Lärm) alles vermieden werden, was den Beurteilungspegel um drei und mehr Dezibel übersteigt; besagter Pegel liegt an Werktagen bei 59 Dezibel. Auch hier sagt Beckenbauer:"Unbedenklich." Denn die Immissionen würden sich von derzeit 60 Dezibel (Spitzenwert, ohne Markt) auf nur 61 Dezibel (Spitzenwert, mit Markt) erhöhen. Fazit des Gutachters: "Somit sind hinsichtlich der Geräusche auf öffentlichen Straßen keine organisatorischen Maßnahmen erforderlich."

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