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Klima-Professor Günter Groß: Die Luftqualität in Bad Eilsen wird durch den Neukauf nicht schlechter

Edeka: Neues Gutachten - ganz andere Schlüsse!

Eilsen (tw). Ein - neues - Gutachten gibt den Befürwortern eines Edeka-Neukaufs auf dem Gelände der früheren Schaumburg-Klinik weiteren Auftrieb. Verfasst hat es Professor Günter Groß vom Institut für Meteorologie und Klimatologie der Universität Hannover im Auftrag der Samtgemeinde - zum Preis von nur 600 Euro.

veröffentlicht am 16.02.2008 um 00:00 Uhr

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In besagter "Ersteinschätzung", in welcher Groß die Auswirkungen eines Edeka-Marktes auf das lokale Klima untersucht, und die der Landes-Zeitung vorliegt, heißt es: "Bei der lufthygienischen Situation sieht der Sachverständige (Groß, d. Red.) keine Anhaltspunkte für eine merkliche Verschlechterung der Immissionen. Trotz eines erhöhten Verkehrsaufkommens und damit der Emissionen wird sich aufgrund der lokal verbesserten Durchlüftungssituation im Bereich des Edeka-Marktes die Luftqualität in Bad Eilsen kaum verändern." In dem - ersten - Gutachten, das Professor Christoph Gutenbrunner verfasst hat, hatte es dagegen noch geheißen: "Was die geplante Ansiedlung eines großflächigen Einzelhandesmarktes im Bereich der ehemaligen Schaumburg-Klinik angeht, so muss davon ausgegangen werden, dass dies die Luftqualität auch im Kurgebiet weiter verschlechtert." Derweil sind in dem Gutenbrunner-Gutachten erneut "Schnitzer" bekannt geworden, die dessen Glaubwürdigkeit weiter in Frage stellen ... Doch der Reihe nach: Besagtes "Groß"-Gutachten, das demjenigen Gutenbrunners völlig widerspricht, stellte Samtgemeindebürgermeister Bernd Schönemann jetzt gemeinsam mit dem Rintelner Planer Matthias Reinold den Politikern Dr. Willi Dreves, Heinz Grabbe und Jürgen Schmökel im Rathaus vor; Reinold ist in der Nachfolge von Thomas Zerner (I-LEX, Bückeburg) mit der aktuellen Änderung des F-Plans für das Edeka-Projekt betraut - und hatte Professor Groß der Samtgemeinde empfohlen. "Die Ausgangsfrage", sagt Reinold, "war die: Kann es bei derÄnderung des F-Plans zu einem Konflikt kommen, der womöglich dazu führt, dass der Landkreis Schaumburg die Änderung nicht genehmigt?" Mit dem Zweitgutachten wollte er, wollten aber auch Samtgemeinde und Samtgemeinderat auf der sicheren Seite sein. Das sind sie jetzt alle miteinander, denn: Groß ist von der IHK Hannover öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Immissionsfragen und Kleinklima und damit "gerichtsfest", wie Reinold betont. Die Begründung, die der Professor für seine obige Aussage liefert, ist dabei ebenso einfach wie logisch: Wird die dreigeschossige Schaumburg-Klinik abgerissen und durch einen eingeschossigen Neukauf ersetzt, "werden sich die lokalen Durchlüftungsverhältnisse im Bereich des Edeka-Marktes verbessern." Denn, so Groß weiter, "die entlang der Arensburger Straße freigesetzten Luftbeimengungen (Fein- und Grobstaub) können, verglichen mit der heutigen Situation, effektiver abtransportiert werden." - "Das ist eine klare Aussage, die für unsere Bürger wichtig ist", kommentiert Schmökel. Und auch Dreves findet es "großartig, dass uns dieses Papier jetzt vorliegt." Derweil hat Schönemann weitere "Merkwürdigkeiten" in dem Gutenbrunner-Gutachten entdeckt, das bereits die Bad Eilser SPD-Fraktion während der jüngsten Ratssitzung zerpflückte (wir berichteten). "Ich habe mir das Gutachten, das Herr Gutenbrunner über Wildemann (Oberharz) verfasst hat, schicken lassen - mehrere Seiten sind inhaltlich mit dem, was er für Bad Eilsen verfasst hat, identisch", sagt Schönemann. Doch es kommt noch "besser": So soll die mittlere Höhe Bad Eilsens laut Gutenbrunner noch über derjenigen des Ida-Turms liegen - "Das", sagt der Samtgemeindebürgermeister, "ist zumindest mir neu". Die Konzertmuschel, die nachweislich im Kurpark steht, hat der Professor in den Englischen Garten verlegt. Dafür hat er das Bad Eilser Temperaturmittel im Juli mit 25 Grad angesetzt. "Tatsächlich", sagt Schönemann, "sind's nur 15 Grad." Allesamt Schnitzer, die Grabbe - kopfschüttelnd - mit der Bemerkung quittierte: "Das ist grob fahrlässig." Übrigens: Eine Kopie des "Groß"-Gutachtens hat Schönemann bereits an Bad Eilsens Bürgermeister Horst Rinne geschickt. "Der Fairness halber, und damit er's nicht erst aus der Zeitung erfährt."



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