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Betriebe bilden verstärkt aus / Schwarzarbeit kostet im Kreis bis zu 30 Euro und "rechnet" sich weniger

Edathy: Schaumburger Handwerk steht gut da

Landkreis (sdi). Rund zehn Prozent mehr Ausbildungsplätze im Schaumburger Handwerk - darauf läuft es 2006 hinaus. Zudem erwartet die Handwerkerschaft für kommendes Jahr mehr Aufträge durch den Steuerbonus: Damit soll auch die Schwarzarbeit in den Schatten gestellt werden.

veröffentlicht am 12.10.2006 um 00:00 Uhr

Handwerksmeister Thomas Krömer (l.) und Sebastian Edathy freuen

Im Frühjahr hat es noch nicht danach ausgesehen, doch der Sommer ist in puncto Ausbildungsplätze für das Handwerk "golden" gewesen. Rund zehn Prozent mehr Stellen sind geschaffen worden. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy zollte den Betrieben in einem Pressegespräch dickes Lob: "Dieses schöne Zeichen zeugt von Zuversicht und zugleich Verantwortungsbewusstsein gegenüber jungen Schaumburgern." 200 Lehrstellen sind es aktuell, 181 waren es im Vorjahr. Kreishandwerkerschafts-Geschäftsführer Fritz Pape führt die sehr positive Entwicklung auf eine bessere konjunkturelle Lage zurück. Zugpferde seien die Branchen Sanitär und Heizung/Klima. Diese besetzten in diesem Jahr, in dem sich noch Veränderungen ergeben können (laufende Probezeiten), 25 statt zwölf Stellen wie in 2005. "Wider den Erwartungen ist die Nachfrage in diesen Bereichen stetig gestiegen. Davon profitieren auch Auszubildende." Edathy sieht am Ausbildungsmarkt generell die Trendwende vollzogen: "Das Glas ist deutlich mehr als halb voll. Schaumburg steht gut da." Trotz der 2007 anstehenden Mehrwertsteuererhöhung um drei Prozent sei die Stimmung recht gut. "Das muss nicht zwingend schädlich sein. Ich gehe davon aus, dass wir den konjunkturellen Schwung mitnehmen." Außer einer geplanten leichten Senkung der Lohnnebenkosten versprechen sich Schaumburgs Handwerker viel vom neuen Steuerbonus für Kunden, den es bereits gibt. Bis zu 3000 Euro für Handwerkerleistungen können im laufenden Jahr steuerlich abgesetzt und damit maximal 600 Euro gespart werden. "Von der Regelung wissen selbst manche Steuerberater noch nichts", betont Pape. Egal, ob Mieter oder Vermieter: Wer im Jahr 2006 einen Fachmann zum Renovieren genommen hat, kann dessen Arbeitseinsatz mit 20 Prozent fördern lassen. Materialkosten sind ausgenommen. Damit soll die Schwarzarbeit zurückgedrängt werden. Pape beziffert eine illegale Arbeitsstunde im Landkreis mit 22 bis 30 Euro und macht eine weitere Rechnung für Rechtschaffene auf: "Jetzt bekommt der Kunde 20 Prozent wieder, hat dazu eine Garantie bis zu fünf Jahren und verhält sich gesetzeskonform." Pape und Kreishandwerksmeister Thomas Krömer erwarten, dass die neue Gesetzgebung greift. "Wenn bei einem Auftrag in Höhe von 1000 Euro der Schwarzarbeiter nur 80 bis 90 Euro billiger ist, gehe ich davon aus, dass ein Großteil der Kunden den ehrlichen Weg geht." Edathy bezeichnet das Bekämpfen der Schwarzarbeit als wichtiges Thema: "Wir schauen mal, ob das neue Gesetz, das ein wertvoller Anreiz ist, weiterentwickelt werden kann."

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