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JU stützt Pörtner / Drewes für moderatere Töne

"Edathy hat nichts Verrufenes gemacht"

Landkreis (wer). In seinen Attacken gegen Sebastian Edathy (SPD) erhält der Ex-Landtagsabgeordnete Friedel Pörtner Schützenhilfe. Die Junge Union Schaumburg kritisiert das "augenscheinlich freundschaftliche Verhältnis" des Bundestagsabgeordneten zur Linkspartei. Edathys "unsachliche Reaktion" auf Pörtners Kritik komme "einem Schuldeingeständnis gleich", heißt es in einer Presseerklärung der JU-Vorstandsmitglieder Marius Wüstefeld und Johannes Hennig.

veröffentlicht am 05.08.2008 um 00:00 Uhr

Edathy, der sich in Berlin zu einer Diskussion mit einem Bundestagsabgeordneten der Linkspartei getroffen hatte und damit Pörtners politische Tabugrenze überschritt, müsse als Vorsitzender des Innenausschusses deutlich machen, dass er "nicht auf dem linken Auge blind ist", fordert die JU. Sie attestiert dem SPD-Politiker einen "erschreckend einseitigen Extremismusbegriff", der zeige, dass er nicht für das Amt des Innenausschussvorsitzenden geeignet sei. JU-Vorsitzender Wüste-feld stellt die Vermutung an, dass "Edathy nur wegen eines Mangels an geeignetem Personal in der SPD diesen Posten bekleidet". Über Wüstefeld, Hennig und Pörtner hinaus scheint Edathys Diskussionsteilnahme in der Schaumburger CDU allerdings kein politisches Erdbeben entfacht zu haben. Kein Mitglied des Kreisvorstandes oder der Kreistagsfraktion mochte sich jedenfalls in den letzten Tagen für Pörtner in die Bresche werfen. Diplomatisch blieb gestern auf Anfrage CDU-Kreisvorsitzender Klaus-Dieter Drewes. Auch er plädiert für einen kritischen Blick nach rechts und links. Allerdings bedeute das auch, sich mit der Linkspartei kritisch "auseinanderzusetzen", was eine Teilnahme an Diskussionen einschließe. "Edathy hat nichts Verrufenes gemacht", kommentiert der Parteichef und fordert, "nicht zu schweigen, sondern die Debatte mit der Linkspartei zu führen". Lieber schweigen wollte in der heiklen internen Angelegenheit aber Gunter Feuerbach: "Ich gebe keinen Kommentar." Pörtner ist nach wie vor Mitglied der von Feuerbach geführten CDU-Kreistagsfraktion.

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