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700 Teilnehmer bei RKC-Eisfahrt am Sonnabend / "Das Ganze ist doch so was wie eine Sucht"

Echte Kanuten paddeln auch bei Hochwasser

Rinteln (who). Mit einem Pegelstand von fünf Metern haben die Paddler bei der 36. Eisfahrt des Rintelner Kanu-Clubs (RKC) reichlich mehr Wasser unter dem Kiel gehabt als nur die sprichwörtliche Handbreit. Trotzdem hatten sich die Gastgeber entschieden, das Großereignis nicht abzusagen - und so sind am Sonnabendmorgen an die 700 Kanutenaus dem ganzen Bundesgebiet mit ihren Booten von Hameln aus auf der deutlich breiteren und schnelleren Weser in Richtung Rinteln gestartet.

veröffentlicht am 10.12.2007 um 00:00 Uhr

Weserhochwasser ist noch lange kein Grund für echte Paddler, die

Laufend hatte der RKC während der letzten Tage per Homepage aktuelle Infos über die Wassersituation auf der 27 Kilometer langen Strecke verbreitet. "Wir hätten das Ganze sowieso nicht mehr stoppen können", erklärt der RKC-Vorsitzende Peter Specht, als am Sonnabend Boot um Boot beim Bootshaus in Rinteln eintrifft. Essind alle Klassen vertreten vom Einer-Kajak bis zum Großkanu mit zehn Paddlern an Bord. "Der Kanusportclub Lemgo ist sogar mit einem Tretboot gekommen", weiß Specht. Dass am Ende alle Teilnehmer gut angekommen sind, bestätigt die Entscheidung der Organisatoren, die Eisfahrt nicht abzusagen. Nur bei der Landung ist noch einmal Paddler-Können gefragt: Wie behält man beim Aussteigen trockene Füße... Aber nicht zuletzt die würzigen Erbsensuppe-Duftschwaden aus der Gulaschkanone vorm Bootshaus verleihen offenbar Flügel. Und wenn auch der Parkplatz für die Boote vom Hochwasser eingeengt wird, macht das nichts, man rückt eben etwas enger zusammen oder weicht auf die Liegewiese im eigens geöffneten Weserangerbad aus. Überall das gleiche Bild: Fröhliche Paddler feiern Wiedersehen und klamme Finger sind schnell an der Suppenschüssel aufgewärmt. Heiße Getränke helfen dazu von innen nach. Dieses ganz besondere Eisfahrt-Flair ist es, das jedes Jahr am zweiten Dezember-Wochenende Scharen von Kanuten nach Rinteln zieht. Die weiteste Anreise haben die Freunde vom SC Union Zwickau vorzuweisen. 1984 hatten sie bei einem internationalen Treffen in Polen die Rintelner kennen gelernt. Zusammen mit den Kanuten vom Kanuverein Harmonie Elster Elbe haben sie die Eisfahrt in einem Zehner-Kajak des RKC absolviert. Im Bootshaus haben sie gerade Ilse und Karl Silbereisen vom Verein für Kanusport Lübeck bei sich am Tisch begrüßt. Das Endsechziger-Ehepaar ist wie immer einen Tag früher angereist und genießt das Treffen mit alten Freunden. "Wir sind seit 1986 Stammgäste bei der Eisfahrt, hier trifft man immer welche, die man lange nicht gesehen hat", erklärt Ilse Silbereisen, was sie Jahr für Jahr anlockt. Und Hochwasser ist gar kein Grund, nicht zu kommen, pflichtet der Vorsitzende von Elbe Elster bei: "Dadurch abhalten lassen? Niemals, denn das Ganze istdoch so was wie eine Sucht." So sieht es auch Klaus Hoppens vom Oldenburger Yachtclub. 5000 Kilometer paddelt er in einer einzigen Saison und die 27-Eisfahrt-Kilometer gehören unbedingt dazu. Deshalb wird er wie alle anderen eingefleischten Eisfahrer den Termin fürs nächste Jahr in Kürze in seinen neuen Kalender eintragen: 13. Dezember 2008. Hochwasser: Seit gestern sind der Weserpegel wieder - 5,31 Meter waren es gestern Abend beim Redaktionsschluss um 20 Uhr.



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