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"Barbara" liebäugelt mit Pächter / Firma aus dem Siegerland zeigt Interesse

Dutzende neue Arbeitsplätze in der Grube "Bergmannsglück"?

Kleinenbremen (ly). Mit einem Pächter liebäugelt die Barbara Erzbergbau GmbH. Angeboten hat sich "DYNAenergetics" aus Burbach im Siegerland. Für Porta Westfalica geht es um Dutzende von Arbeitsplätzen. Einziehen möchte das Unternehmen in die Kleinenbremer Grube Bergmannsglück im früheren Steinbruch Schiewe, zurzeit die Haupt-Produktionsstätte der Barbara.

veröffentlicht am 06.06.2007 um 00:00 Uhr

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Durch unterirdische Sprengungen, die so genannte Sprengplattierung, sollen dort in einer geschlossenen Kammer unter großem Druck Metalle verbunden werden, die sich mit herkömmlichen Methoden nicht zusammenfügen ließen. So entstehen neue Verbundwerkstoffe, die zum Beispiel im Kraftwerks- und Anlagenbau Verwendung finden. Parallel dazu würde von der Barbara weiter abgebaut. Zunächst aber sollen in KleinenbremenProbesprengungen durchgeführt werden, um Erschütterungen und Lärmbelästigung zu ermitteln. Übertage wäre der Schall kaum in den Griff zu kriegen. Im Ausschuss für Planung, Umweltschutz und Bauwesen machte DYNAenergetics die geplante Ansiedlung jetzt den Portaner Politikern schmackhaft. Wolfgang Kasper, Leiter Instandhaltung und Arbeitssicherheit, präsentierte die Siegerländer als dynamisches Unternehmen. "Vom Markt werden wir förmlich überrannt", sagte er. "Wir wollen unsere Kapazitäten in den nächsten fünf Jahren verdoppeln." Im hessischen Dillenburg-Oberscheld hat die Firma bereits einenähnlichen Betrieb, der aber an die Grenzen seiner Kapazität gestoßen sei. Allein im Bereich Sprengplattierung, so hieß es, erwirtschafteten zurzeit 60 Mitarbeiter rund 25 Millionen Euro Jahresumsatz. Etwa in dieser Größenordnung könnte sich auch das Vorhaben in Porta Westfalica bewegen, wie Kasper andeutete. "Wir wollen hier eine eigene Infrastruktur aufbauen", kündigte er an. Es soll nämlich nicht allein bei einem Zweitbetrieb in der Barbara-Grube bleiben, der eigentlichen Sprengstelle. "Wir müssen auch einen Metall verarbeitenden Betrieb installieren", erklärte Kasper. Und da böte sich nach Überzeugung von Stefan Mohme, Technischer Beigeordneter im Portaner Rathaus, das Gewerbegebiet Nammen an. Mohme sieht einerseits ein Risiko, das aber durch Probesprengungen einzugrenzen sei, andererseits "die Riesenchance, einen Betrieb zu gewinnen, der sich dynamisch entwickelt". Von der nächsten Wohnbebauung läge der Sprengplattierbetrieb etwa 200 Meter entfernt. In diesem Abstand seien Erschütterungen messbar, räumte Kasper mit Blick auf den Betrieb in Hessen ein, fügte aber hinzu: "Sie liegen bei zehn Prozent der zulässigen Werte." Im Zwei-Schicht-Betrieb sei in Kleinenbremen mit sechs bis zehn Sprengungen täglich zu rechnen. Gezündet würden jeweils mehrere hundert Kilo Sprengstoff. Zur Höhe der Investitionen sagte Kasper, diese könne er noch nicht abschätzen. "Wir suchen den Konsens", betonte der Mann von DYNAenergetics. "Mit Sicherheit werden wir nicht investieren, wenn aus der Umgebung Widerstände kommen."



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