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Gutachter klärt Ursache für Kunstdünger-Schwelbrand im Raiffeisenlager / 20 000 Euro Schaden

Durchgeschmortes Kabel hat Brand verursacht

Krankenhagen (wm). Es war ein durchgeschmortes Kabel unter der Decke des Raiffeisenlagerhauses, das den Brand am Neujahrstag ausgelöst hat. Das hat jetzt ein Gutachter festgestellt. Im Lager neben der Volksbank waren ungefähr 600 Tonnen Kunstdünger zu einer vier Meter hohen Halde aufgeschüttet. Etwa eine Tonne davon ist geschmolzen und hat sich durch den Schwelbrand zersetzt.

veröffentlicht am 11.01.2007 um 00:00 Uhr

Bilanzieren Schaden und Einsatz: Helmut Meier (v.l.), Manfred Na

Volksbank-Vorstandsmitglied Joachim Schorling und Manfred Nagel, Leiter der Warenabteilung, erläuterten gestern in einer Pressebesprechung, insgesamt sei ein Schaden von rund 20 000 Euro entstanden. Der Defekt an der Elektrik sei nicht vorhersehbar gewesen. Die technische Anlage im Lager werde regelmäßig vom VDI, Verein Deutscher Ingenieure, inspiziert und abgenommen. Dass der Schaden so gering geblieben sei, sei vor allem ein Verdienst der Feuerwehr, die besonnen reagiert und die richtigen Maßnahmen ergriffen habe, sagten Schorling und Nagel. Insgesamt 162 Feuerwehrleute waren vor Ort, darunter 43 Atemschutzträger, bilanzierte Stadtbrandmeister Helmut Meier. Nur ein Teil sei tatsächlich gebraucht worden, aber bei der Alarmierung habe sich nicht abschätzen lassen, wie sich die Lage entwickeln würde. Den Brand entdeckt hatte als Nachbar Heinz Freil, der den Silomeister Karl Heinz Thoke und Ortsbrandmeister Achim Wächter informierte. Rainer Kuhlmann, stellvertretender Kreisbrandmeister, erläuterte, danach sei eine Alarmierung wie bei jedem anderen Gefahrgutunfall erfolgt: "So waren wir auf der sicheren Seite." Gefährlich sei nicht der Kunstdünger (Kalk-ammonsalpeter) gewesen, sondern die sich durch den Schwelbrand entwickelnden Gase, besonders Stickoxide. Ortsbrandmeister Wächter schilderte die ersten Einsatzminuten: "Für die Atemschutzträger, die in die Halle gingen, war das Stress pur. Man hat absolut nichts gesehen. Die Männer mussten sich vorantasten, und es kostet schon eine Menge Mut und Überwindung, eine Schüttguthalde hochzustapfen. Die wussten ja nicht, ob sie nicht gerade mitten auf dem Brandherd herumlaufen." Der eigentliche Brand sei schnell eingedämmt worden, erläuterte Meier. Dadurch habe es auch keine Gefährung der Umwelt gegeben, wie laufende Schadstoffmessungen bezeigt hätten. "Und weil wir das Lager nicht aus allen Rohren geflutet haben", habe auch eine Kontamination des Oberflächenwasser vermieden werden können. Sechs Feuerwehrleute und zwei Lagermitarbeiter, die unmittelbar am Brandherd waren, sind im Krankenhaus vorsorglich untersucht worden - ohne Befund. Ein Dankeschön richtete die Feuerwehr auch an die evangelisch-lutherische Kirche in Krankenhagen. Die habe am Brandtag für alle Einsatzkräfte ihre Sanitär-, Sozial- und Besprechungsräume zur Verfügung gestellt. Helmut Meier versprach: "Dafür bringe ich Pastor Syska Muffins mit, die mag er so gern." Untersucht worden sind auch die Warenvorräte im Lager. Für das gelagerte Getreide und den Raps gab nach einer Probenauswertung das chemische Labor Dr. Wirts und Partner in Hannover Entwarnung. Die Ware könne bedenkenlos verkauft werden.



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