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Steinberger Globetrotter-Ehepaar startet zur nächsten Etappe in den hohen Norden nach Island

Durch China nur mit persönlichem Führer

Steinbergen (wm). Im Juni startet Jürgen Kruska aus Steinbergen, bekannt als Leiter des Jugendheims Hirschkuppe, zur nächsten Etappe seiner Weltreise. Diesmal geht es auf die Faör-Inseln und nach Island. Im Vorjahr war Kruska über den Balkan und Griechenland bis zur iranischen Grenze gefahren.

veröffentlicht am 24.05.2007 um 00:00 Uhr

Das geländegängige, orangefarbene Wohnmobil aus Steinbergen vor

Weltreisen in Etappen, hat Kruska unterwegs erlebt, sind für viele Globetrotter heute oft die einzige Möglichkeit ihren Traum Wirklichkeit werden zu lassen, ohne den Kontakt zur Heimat, zum Beruf und zu Freunden zu verlieren. Auch für Kruska mit ein wichtiger Grund, nicht fünf Jahre auf Achse zu sein, sondern die Weltumrundung in Etappen zu bewältigen. Im Januar will er die Leitung des Jugendheims ganz offiziell an Tochter Rabeaübergeben, mit dem Versprechen, als Berater im Hintergrund erreichbar zu bleiben. Und es gibt für Kruska einen weiteren Grund, nicht nonstop durch die Welt zu reisen: "Nach drei Monaten ist man für neue Eindrücke nicht mehr aufnahmefähig." Wenn dann jemand komme und einem den nächsten Tempel, das nächste Weltkulturerbe nahe bringen wolle, "da schaltet man einfach nur noch ab". Die Vorbereitungen für die Islandtour haben jetzt begonnen, unterwegs ist Kruska wieder mit dem nach seinen Plänen umgebauten geländegängigen Wohnmobil, einem 20 Jahren alten Magirus Deutz. Mit dabei sind neben Ehefrau Petra auch zwei Bekannte aus der Globetrotterszene mit einem eigenen Wohnmobil. "Blacky", der Mischlingsrüde, der bisher bei allen Reisen dabei war und sich auch als "Wächter" im Wohnmobil bewährt hat, darf nicht mit in den hohen Norden - Island ist für reisende Tiere von außerhalb tabu. Den Monat Juni hat Kruska als Starttermin gewählt, weil dann die Straßen im Hochland frei von Eis und Schnee sind, Routen die allerdings ohne geländegängiges Fahrzeug trotzdem nicht befahrbar wären. Kruska will in Island sein Internettagebuch (www.kruska-family.de) fortsetzen. Freunde und Interessierte können also die Reise verfolgen. Internettagebücher von Globetrottern, berichtete Kruska hätten sich inzwischen als wertvolle Ratgeber für alle etabliert, die entsprechende Touren nachfahren wollen und in diesen Tagebüchern nach ganz handfesten Tipps suchen. So habe er zum Beispiel aus dem Internettagebuch eines Globetrotter erfahren, der jüngst in Indien war, bei welcher zuverlässigen Firma man dort ein Wohnmobil nach Australien verschiffen lassen kann. Denn Indien soll Ziel im nächsten Jahr werden. Für die Strecken in Asien sammelt Kruska schon heute Informationen. Eine Reise durch Myanmar (Burma) sei mit dem Wohnmobil leider nicht machbar. Auf eine entsprechende Anfrage habe man ihm nur lapidar mitgeteilt: "Grenzen geschlossen." "Authentische Informationen" sind es, die in der Globetrotterszene gefragt sind und die keiner derüblichen Reiseführer so vermitteln kann. Kruska hat inzwischen einen ersten Vortrag über seine Reise durch den Balkan bis zur iranischen Grenze gehalten und erfahren, das Wichtigste, was Wohnmobilisten beantwortet haben wollen, ist die Frage nach der Sicherheit im jeweiligen Reiseland. Er selbstversuche solche Probleme pragmatisch anzugehen. Wenn man zum Beispiel bei einer Türkei-Durchquerung erfahre, in einer bestimmten Stadt gebe es Unruhen, werde demonstriert, "dann mache ich eben um diese Stadt einen großen Bogen". Denn das bedeute nicht automatisch, dass es im ganzen Land unsicher sei. Seinen Traum, mit dem Wohnmobil auch durch China zu fahren, hat Kruska inzwischen begraben. Durch China dürfe man nämlich nur mit einem persönlichen Führer reisen und der kostet 100 Dollar pro Tag plus Verpflegung und Unterkunft. Das sprenge schlicht das Reisebudget.



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