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2010 Umsatzplus von mindestens 20 Prozent geplant / Aktie gewinnt mehr als drei Prozent

Dufthersteller Symrise wittert die Weltspitze

Holzminden (rtr). Der Duft- und Aromenhersteller Symrise wittert allmählich die Weltspitze. Nach solidem Wachstum im Krisenjahr 2009 will das Unternehmen 2010 Marktanteile gewinnen und mittelfristig in die Top drei der Branche aufrücken. Den Konjunktureinbruch bekam Symrise vor allem im Geschäft mit Düften für Luxusparfüms zu spüren. Gestützt wurden die Geschäfte dagegen besonders durch Zuwächse in Schwellenländern.

veröffentlicht am 04.03.2010 um 10:25 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

Der Dufthersteller Symrise aus Holzminden und dessen Mitarbeiter

„Wir sind in einer krisenfesten Branche“, sagte Konzernchef Heinz-Jürgen Bertram gestern in Frankfurt. Weltmarktführer ist Givaudan aus der Schweiz mit einem Anteil von 19 Prozent. Dahinter liegen die Konkurrenten Firmenich ebenfalls aus der Schweiz und der US-Konzern IFF (beide zwölf Prozent). Zumindest einen davon will Symrise, mit zehn Prozent derzeit die Nummer vier, in den kommenden Jahren überholen. „Die vor uns Liegenden sind jetzt deutlich in Sichtweite“, sagte Bertram. Sein Unternehmen hatte in der Vergangenheit Geschäfte erworben und seine Marktposition ausgebaut. Fusionen hatte es in der Branche zuletzt vor allem bei Firmen der zweiten und dritten Reihe gegeben.

Im abgelaufenen Jahr erzielte Symrise ein Umsatzplus von 3,2 Prozent auf 1,36 Milliarden Euro. In Schwellenländern, die inzwischen 41 Prozent zu den Konzernerlösen beitragen, belief sich der Anstieg währungsbereinigt auf 4,5 Prozent. Kosten für Stellenstreichungen trugen allerdings dazu bei, dass sich der Überschuss um sieben Prozent auf 84 Millionen Euro verringerte. Den Aktionären versprach das Management trotzdem für 2009 eine stabile Dividende von 50 Cent je Anteilsschein. Die im Nebenwerteindex MDax notierte Symrise-Aktie gewann zeitweise mehr als drei Prozent.

Das Unternehmen hatte als Reaktion auf die Wirtschaftskrise unter anderen Standorte in der Schweiz und in Großbritannien geschlossen, in Europa und Nordamerika wurden 200 Stellen abgebaut. Symrise zählt zu seinen Kunden unter anderem Parfümhersteller wie Christian Dior, Konsumgüterriesen wie Procter & Gamble und Lebensmittelkonzerne wie Nestlé.

Für 2010 stellt Bertram ein währungsbereinigtes Umsatzplus von mindestens drei Prozent in Aussicht. Damit würde Symrise besser abschneiden als der Gesamtmarkt, dem lediglich ein Zuwachs von zwei Prozent zugetraut wird. Die operative Umsatzrendite soll auf mindestens 20 (2009: 18) Prozent zulegen.

Symrise schloss gestern auch weitere Zukäufe grundsätzlich nicht aus. Wertschaffende Möglichkeiten würden ständig geprüft, sagte Bertram weiter. Geprüft würden nach wie vor zwischen fünf und zehn mögliche Kandidaten. Wenn Zukäufe vorgenommen würden, dann bevorzugt in Schwellenländern. In Nordamerika und Europa seien hingegen nur ganz begrenzte Aktivitäten zur Technologieerschließung denkbar. Größe sei kein primäres Ziel und „kein Wert an sich“, sagte Bertram.

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