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Fehrmann-Elf mit einer Defensivtaktik zum neuen Selbstvertrauen

Duell der schaumburger Krisenteams SC Rinteln empfängt den SV Nienstädt

Bezirksliga (jö). Die Leistungsbeschreibung der Bezirksligisten aus Schaumburg gleicht derzeit meistens einer Krisenberichterstattung, so auch für das Derby zwischen dem SC Rinteln und dem SV Nienstädt, das am Sonntag auf dem Steinanger steigt.

veröffentlicht am 09.11.2007 um 00:00 Uhr

Björn Eisermann (l.) wäre eine Alternative im SCR-Angriff. Aber

Die Lage ist auf beiden Seiten einigermaßen hoffnungslos, allerdings mit höchst unterschiedlichen Ursachen. Den so zuversichtlich in die Saison gestarteten SC Rinteln traf die Krise unvermittelt. Der Drittletzte hat sieben Mal in Folge verloren, teilweise mit desolaten Leistungen. Der Mannschaft von Trainer Ralf Fehrmann ist in seltsamer Weise jegliches Selbstvertrauen abhanden gekommen. Aller Trainingsfleiß bleibt ohne Wirkung. Fast alle Akteure spielen weit unter ihren Möglichkeiten. Sämtliche Mannschaftsteile wurden von der sportlichen Krise erfasst. Ralf Fehrmann will die Mannschaft mit Beharrlichkeit aus der Krise führen. "Wir müssen es mit einfachen Mitteln versuchen, denn großen Fußball können wir zurzeit nicht spielen", hat er festgestellt. Fehrmann erwartet außerdem, dass in der Mannschaft und im Verhältnis zu ihm Offenheit herrscht: "Falls es Probleme gibt, sollten sie vernünftig angesprochen werden." Bereits für das ausgefallene Spiel in Degersen kündigte er an, defensiver als sonst spielen zu wollen. Ein schwacher SV Nienstädt ist für Rinteln womöglich ein idealer Aufbaugegner. Die Ursachen der Notlage des Vorletzten stellen sich völlig anders dar als die des SC Rinteln. Bei realistischer Betrachtung war schon vor Saisonbeginn klar, dass die im Juli eilig zusammengestellte SVN-Notmannschaft nach ihrem Abstieg auch in der Bezirksliga große Probleme bekommen würde. "Wir hatten Mühe, überhaupt eine Mannschaft ins Rennen zu schicken", berichtet Vorsitzender Klaus Rinne. Trainer Torsten Menzer war unter diesen Bedingungen nicht mehr als ein Verwalter des Mangels, konnte allerdings die Spieler auch nicht mitreißen. Seine Entlassung war risikolos, denn mit Menzer wäre es schnurstracks in die Kreisliga gegangen. Die Mannschaft hatte die Initiative ergriffen. Einige Spieler sollen damit gedroht haben, den Verein im Winter zu verlassen. Mit der Rückholaktion von Torben Brandt greifen die Verantwortlichen nun zum berühmten Strohhalm. Während seiner insgesamt sehr erfolgreichen Zeit hielt er Nienstädt über Jahre hinweg auf Niveau. "In unserer Situation war seine Verpflichtung die beste Lösung", sagt Klaus Rinne. "Dass Torben mit unserem Verein auch emotional immer noch verbunden ist, hat mich in den Gesprächen besonders gefreut." Ähnlich wie in Rinteln hätte ein Nienstädter Abstieg in die Kreisliga historische Dimensionen. Auf Kreisniveau spielten beide Vereine in den letzten Jahrzehnten noch nie. Torben Brandt ist für das Spiel in Rinteln zuversichtlich: "Ausreden gibt es für meine Mannschaft nicht mehr. Rinteln mag personell besser besetzt sein als wir, aber ich hatte bei den ersten Trainingseinheiten einen guten Eindruck."



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