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In der Vortragsreihe "Confessio" stellt sich die Rintelner Jesus-Gemeinde vor

"Du musst nicht durch die Hölle gehen!"

Rinteln (cok). "Confessio", das heißt "Ich bekenne" und ist das Motto einer Informationsreihe in der baptistischen Gemeinde, innerhalb derer sich die verschiedenen christlichen Kirchen und Glaubensgemeinschaften aus dem Landkreis vorstellen. Ein durchaus leidenschaftliches Bekenntnis war es diesmal auch, das Bernhard Koch als Prediger der Rintelner Jesus-Gemeinde abgab.

veröffentlicht am 31.01.2007 um 00:00 Uhr

Bernhard Koch

Die Jesus-Gemeinde im Industriegebiet Süd in der Braasstraße entstand nicht aus einer Kirchenbewegung und gehört auch keiner übergeordneten Glaubensgemeinschaft an. Ihre Vorbilder findet sie am ehesten in der Jesus-People-Bewegung der 1970-er Jahre, insofern zumindest, als Bernhard Koch als junger Mann auf der Suche nach dem richtigen Glaubensweg begeistert war von seinen sehr persönlichen Begegnungen mit Jesus, der ihm wie in einer Vision erschienen ist und nach eigener Aussage geholfen hat, in einer Krisenzeit mit seinen "Dämonen" fertig zu werden. "Bernd, ich liebe dich, ich habe mein Leben für dich gegeben, du musst nicht durch die Hölle geben", so habe Jesus mit ihm gesprochen, erzählte Bernhard Jäger. Zuerst sprach er Menschen in Hannover an, vor allem solche aus der Drogenszene, um mit ihnen gemeinsam zu beten, und schließlich erhielt er den "göttlichen" Auftrag, eine Jesus-Gemeinde zu gründen, in seinem Heimatort Rinteln. 1993 mietete er dafür zusammen mit einem Freund Räume in der Bäckerstraße, ein christlicher Buchladen, eine Teestube entstand und jeden Mittwoch gab es einen Gottesdienst. Bernhard Koch studierte bis 1885 Sozialpädagogik in Hannover, und er studierte, als Ersatz für eine theologische Ausbildung, mit Hingabe die Bibel. Die junge Gemeinde war geprägt von einem sehr emotionalen Zugang zum Glauben, es wurde getanzt, jubelnd gesungen und vor allem auch "in Zungen" gesprochen. Die Richtung des Glaubens erhielt der Prediger, so erzählt er, unmittelbar vom "Heiligen Geist". Das ist auch der Hintergrund seiner Autorität als Führer der Gemeinde. Die daraus entstehenden konkreten Glaubensinhalte erwiesen sich auch in seinem Vortrag als nicht so leicht zu fassen. "Wir glauben ganz viel und bekennen auch ganz viel", sagte Koch und ordnete die Jesus-Gemeinde ein in die große Geschichte revolutionärer Bewegungen innerhalb der christlichen Kirche. Er nannte die Täuferbewegung mit ihrer Forderung einer "Glaubenstaufe", die Pfingstbewegung, die die Kraft des heiligen Geistes betont, die Charismatische Bewegung mit ihrer Heraushebung der "Gnadengaben" (z. B. Krankenheilung) und die große Bedeutung der Mission. Dabei musste er sich der Frage stellen, wie Scharlatanerie und Missverständnisse innerhalb der Gemeinde zu erkennen seien. Immerhin geht es bei den Krankenheilungen darum, dass sie nur denjenigen zuteil werden, die stark genug im Glauben ist, es geht um den Umgang mit der Homosexualität, vor der Gott, so sieht es Bernhard Koch, einen "Abscheu" habe oder auch um eine missionarische Haltung, die sich sicher ist, dass nur die persönliche Entscheidung für Jesus den Weg in den Himmel öffnet. In den 90-er Jahren hatte die Jesus-Gemeinde großen Zulauf bei ihren "prophetischen Konferenzen", die im Brückentorsaal viele hundert Menschen anzogen, nicht zuletzt durch die im eigenen Verlag veröffentlichten Bücher und Lobpreisungs-Musik-CDs. Aber es gab auch große Spannungen in der Gemeinde, die inzwischen auf etwa 70 Mitglieder geschmolzen ist. Die "herrliche Freiheit der Kinder Gottes" birgt genau die Gefahr, dass Konfliktsituationen schnell in persönliche Auseinandersetzungen ausarten können. "Wir stecken noch in den Kinderschuhen", meinte Koch zu solchen Anmerkungen aus der Zuhörerschaft. "Wir müssen uns immer wieder neu fragen, ob wir vielleicht in eine verkehrte Richtung gegangen sind." Hinweis: Der nächste Confessio-Vortrag findet am 8. Februar um 20 Uhr im Gemeindesaal der Baptistischen Gemeinde. Superintendent Andreas Kühne-Glaser stellt die evangelisch-lutherische Gemeinde vor.



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