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Sandra Kunze hat ihr Kirchplatz-Bistro nach ihrer koreanischen Mutter benannt

"Du kochst so gut wie Deine Mutter": Mit dem "Cho's" wird ein Traum wahr

Rinteln. "Den perfekten Job, den habe ich mir selbst erfunden", sagt Sandra Kunze (27), und wirklich, sie wirkt sehr zufrieden als Wirtin und Köchin im koreanischen Bistro "Cho's", mit dessen Eröffnung ein lange gehegter und zuerst so unrealistisch wirkender Traum erfüllt wurde.

veröffentlicht am 13.02.2007 um 00:00 Uhr

Sandra Kunze. Foto: tol

Autor:

Cornelia Kurth

Eigentlich sollte Sandra Kunze unbedingt in das Geschäft ihres Vaters einsteigen, der in Steinbergen einen Großhandel für Dekorationsartikel betreibt. Deshalb auch machte sie nach der Realschule eine kaufmännische Ausbildung, aber "für diese Dekorationssachen, dafür habe ich ja gar kein Händchen". Stattdessen verkaufte sie dann als Vertreterinfür den Bertelsmann-Ring die große "Lexikothek". Das lief ganz gut, obwohl sie mit ihren kurzen Haaren und dem Piercingschmuck im Gesicht nicht gerade dem klassischen Vertretertyp entspricht. Der Beruf fürs Leben war das allerdings nicht. Dass es ihr aber bei den Sachen, die sie macht, ums Ganze geht, sieht man schon daran, dass sie bereits seitüber drei Jahren verheiratet ist - und zwar mit einer Frau, mit Anna Kunze, die lange Kellnerin in der "Marktwirtschaft" war und nun mit liebenswürdiger Leichtigkeit im "Cho's" bedient. Mit ihr zusammen ging sie das Wagnis ein, in den schönen Fachwerk-Räumen am Kirchplatz das Bistro einzurichten, mit koreanischen Vorspeisen und einer Spezialitätenkarte. Und dieses Bistro kommt richtig gut an. Nicht nur, weil das Essen so gut schmeckt, dass ein Gast sogar sagte, er würde am liebsten "jeden Tag darin baden", und der Vater begeistert bestätigen kann: "Du kochst so gut wie Deine Mutter", sondern auch, weil eigentlich immer eine angenehme Grundstimmung herrscht. So mancher junge Mann entdeckte in der doch eigentlich auch eher jungenhaften Wirtin eine mütterliche Ader, und oft ist sie in Gespräche verwickelt, bei denen es um gelassene Ratschläge geht, rund um das Problem: "Wie verstehe ich die Frauen..." Die Mutter, das ist eine ganz wichtige Person in Sandra Kunzes Leben, umso mehr vielleicht, als sie vor sechs Jahren durch eine schwere Krankheit starb. Nach ihr, die Koreanerin war und als junge Krankenschwester nach Deutschland kam, ist das "Cho's" benannt. "Man muss was Gutes tun und bekommt das bestimmt auch irgendwann wieder zurück", das lebte sie ihren Kindern vor. "Sie war so herzlich", sagt Sandra Kunze. "Manchmal kommt es mir so vor, als könnten Koreaner allgemein viel herzlicher sein als die Deutschen." Natürlich fühlt sie sich mit Korea verbunden, nicht nur durch "Bulgugi", das typisch koreanische Gericht aus geschnetzeltem und raffiniert gewürztem Rinder- oder Schweinefleisch, das auch zu den Hauptgerichten im "Cho's" gehört. Sie reiste schon oft zu den Verwandten in ihr Mutterland, und wenn sie die koreanische Sprache bisher auch nur ansatzweise beherrscht, so kann sie Pop-Songs aus Korea perfekt und akzentfrei singen und ist, genauso wie ihre Mutter es war, vollkommen begeistert von der dort ausgeprägten Karaoke-Kultur. "Da gibt es an jeder Ecke eine Karaoke-Bar und alle Koreaner gehen da hin. Man kann sich sogar für sich alleine einen Raum mieten und seinen Frust, seine Gefühle einfach heraussingen", sagt sie. "Es wäre einfach toll, irgendwann mal in Rinteln eine Karaoke-Bar aufzumachen." Fast sieht es so aus, als entstünde da bereits wieder ein neuer Traum. Sie lacht. "Na, das bleibt aber auch vorerst ein Traum. Das ?Cho's, das ist ja unsere Wirklichkeit!"



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