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Eigeninitiative dreier Bürger / Samtgemeinde lehnt finanzielle Beteiligung ab

DSL-Urabstimmung: Zwei Systeme für flottes Internet in Niedernwöhren

Pollhagen (gus). Die Orte Pollhagen, Lauenhagen und Hülshagen stehen vor dem Anschluss an die "DSL-Autobahn". Die leistungsfähige Digital-Datenübertragungstechnik im Internet ist in den Orten nicht verfügbar. Ein Vorstoß dreier Bürger soll dies ändern. Allerdings steht eine Urabstimmung bevor. Die Samtgemeinde will sich nicht finanziell beteiligen.

veröffentlicht am 09.10.2006 um 00:00 Uhr

Wollen DSL für Niedernwöhren: Frank Müller (v.l.), Ingo Martin u

30 beziehungsweise 100 Unterschriften sind nötig, damit DSL in Pollhagen, Lauenhagen und Hülshagen nutzbar wird. Die Firmen "Ganag" und "Hanse Systemhaus" haben gestern im Gasthaus "Alter Krug" rund 100 Zuhörern mögliche Lösungen vorgestellt. Grundsätzlich sind die beiden Unternehmen sozusagen Lückenfüller - sie schließen die DSL-Lücke zwischen Telekom-Kabeln und Hausanschlüssen. Die Technik: Beide Firmen benötigen eine Verteilerantenne, beide schlugen als Standort das Raiffeisen-Gebäude am Mittellandkanal vor. Nach Worten von Kurt Sommerhoff (Ganag) ist die Strahlung einer solchen Station 90 Prozent geringer als die eines Handymasten. Ganags "WiMax"-Technik würde unterirdisch an Telekom-Leitungen angeschlossen. Hanse Systemhaus übermittelt die Daten per Funk in das Telekom-Netz. Deshalb ist die Technik, anders als "WiMax", nicht vor Witterungseinfluss sicher. Die Hausanschlüsse werden in beiden Fällen per Funksignal versorgt. Ganag liefert ein Endgerät, dass direkt am Heim-Computer angeschlossen wird. Für die Hanse Systemhaus-Technik muss eine Hausantenne montiert werden. Das Netz könnte in beiden Fällen innerhalb von zwei Monaten stehen. Die Geschwindigkeit: Bei "WiMax" liegt das Datenübertragungsvolumen zwischen 384 und 1000 Bit pro Sekunde, Hanse Systemhaus überträgt ab 2000 Bit pro Sekunde. Laut Sommerhoff kann eine Antenne 250 Nutzer versorgen. Cord Wrede (Hanse-Systemhaus) sprach von bis zu 1000 Nutzern. Die Kosten: "WiMax" kostet bei kombiniertem Internet- und Telefonanschluss zwischen 44,90 und 74,90 Euro im Monat. Hanse Systemhaus kostet monatlich 29 Euro. In beiden Fällen ist die Bereitstellung einmalig zu bezahlen. Für Hanse Systemhaus muss ein Router für 159 Euro gekauft werden. Holger Beckers, der gemeinsam mit Frank Müller und Ingo Martin zu der Initiative aufgerufen hatte, bat die Zuhörer, ihre Entscheidung für eines der beiden DSL-Netze innerhalb von zwei Wochen per E-Mail an breitband.sgn@agentur-lorenz.com zu schicken. Wer an der Versammlung nicht teilnehmen konnte, kann so auch um Zusendung des Infomaterials anfragen und anschließend ebenfalls abstimmen. Samtgemeindedirektor Fritz Anke erteilte dem Wunsch nach Beteiligung der Verwaltung eine Absage. Mehrere Diskussionsteilnehmer hatten dies verlangt. Ein leistungsfähiges DSL-Netz sei wichtig für die Infrastruktur und somit für die Gewerbeansiedlung. Anke: "Wir haben dafür kein Geld im Haushalt." DSL sei nicht Teil der Grundversorgung.

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