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7,5 Milliarden schwerer Haushalt verabschiedet / Finanzlage "stabil" / Bedarf an Reha-Maßnahmen auch 2008 ungebrochen

DRV: Aktuell zwölf Prozent mehr Reha-Fälle als 2006

Braunschweig/Hannover. Die Vertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Braunschweig-Hannover, in deren Zuständigkeitsbereich auch das Rehezentrum Bad Eilsen fällt, hat den Haushalt für 2008 verabschiedet: Mit 7,5 Milliarden Euro beschloss das Parlament des Rentenversicherers unter Vorsitz von Rolf Wille (Arbeitgebervertreter) den zweitgrößten öffentlichen Etat im Bundesland. Daneben informierten sich die 60 Delegierten in Braunschweig auch über mögliche Einsparungen sowie die Auslastung der eigenen Kliniken.

veröffentlicht am 04.01.2008 um 00:00 Uhr

Mehr als 98 Prozent ihrer Einnahmen schüttet die Rentenversicherung sofort wieder für Leistungen für ihre Versicherten und Rentner aus. Der größte Posten sind dabei mit 6,7 Milliarden Euro die Renten. Mit 230 Millionen Euro sind zudem Ausgaben für die medizinische und berufliche Rehabilitation eingeplant. Positiv und stabil - so bezeichnete der Vorstandsvorsitzende der DRV Braunschweig-Hannover, Horst Fricke, in seiner Rede die derzeitige Finanzlage der Rentenversicherung. Um rund sechs Prozent seien die Beiträge gegenüber dem vergangenen Jahr angestiegen. "Ganze zwei Drittel der Mehreinnahmen gehen auf die verbesserte konjunkturelle Entwicklung zurück", betonte Fricke. Daneben mache sich auch der auf 19,9 Prozent angehobene Beitragssatz bei den Einnahmen bemerkbar. So werde die Rentenversicherung zum Jahresende Reserven in Höhe von 11,5 Milliarden Euro an Rücklagen haben. Nachdem die DRV schon 2006 Einsparungen bei den Verwaltungs- und Verfahrenskosten verbuchen konnte, wird das Haus seinen vorgegebenen Höchstbetrag in diesem Bereich auch dieses Jahr wieder - um rund fünf Prozent - unterschreiten. "Wir befinden uns also auf einem guten Weg, die bis 2010 geforderte Einsparung von zehn Prozent zu erreichen", erklärte der Vorstandsvorsitzende. Die DRV Braunschweig-Hannover war bundesweit das erste Haus, das seine Beratungsstellen mit denen der DRV Bund zusammengeführt hat. Mit dem Personal seien auch die reginalen Beratungsaufgaben auf den niedersächsischen Rentenversicherer übergegangen, betonte Fricke. Die nördlichen gesetzlichen Rentenversicherer wollen nun ein Konzept entwickeln, um die Beratung noch weiter auszubauen und neue Standards mit bundesweitem Modellcharakter zu schaffen. Schon im ersten Halbjahr 2008 sollen die Umbauten der künftigen Beratungsstelle an der Braunschweiger Kurt-Schumacher-Straße beendet sein. Dann kann das Personal, das derzeit noch in zwei Dienststellen untergebracht ist, wie geplant in das umgestaltete Gebäude einziehen. Mit deutlichen Worten bekräftigte Fricke die Sicherung des Standortes Braunschweig. Bei der Fusion der LVA Braunschweig und Hannover im Jahr 2005 sei dies das Anliegen beider Partner gewesen. Die Kritik des Bundesrechnungshofs, die Häuser hätten Aufgaben noch stärker konzentrieren sollen, um ein wirtschaftlicheres Gebäudemanagement zu betreiben, wies Fricke zurück. "Mit der damals ersten freiwilligen Fusion in der Rentenversicherung haben wir Maßstäbe für andere Träger gesetzt. Gleichzeitig sind wir damit unserer Verantwortung gegenüber Mitarbeitern und Regionen gerecht geworden." Bei den medizinischen Rehabilitationen bleibt die Nachfrage ungebrochen und liegt auch zum Ende des Jahres bei rund zwölf Prozent über den Werten von 2006. Damals verzeichneten die Kliniken der DRV Braunschweig-Hannover mit 98,5 Prozent die höchste Auslastungsquote in der gesetzlichen Rentenversicherung. "Wir gehen davon aus, dass das gute Vorjahresergebnis in diesem Jahr noch einmal übertroffen werden kann", zeigte sich Fricke optimistisch. Mehr Anträge bedeuteten aber auch höhere Ausgaben, die momentan auf 220 Millionen Euro geschätzt werden und damit um etwa 15 Millionen Euro über denen von 2006 liegen. Die Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-Hannover, sagte Fricke, habe in den letzten Jahren bereits auf die Veränderungen im Bereich der Rehabilitation reagiert. So rechnet er bei den ärztlichen Diagnosen mit mehr onkologischen, psychosomatischen und Suchtfällen. Mit Umstrukturierungen und Modernisierungen seien die eigenen Kliniken zukunftsfest gemacht worden. Aber auch Kooperationen mit anderen Rentenversicherern, die dieses Haus als bundesweit erstesüberhaupt vereinbart hat, sollen die Kosten senken. Diese Kooperationen ermöglichen es, Rehabilitationen noch wirtschaftlicher zu gestalten. "Damit sind wir gut gerüstet, beim prognostizierten höheren Reha-Bedarf der nächsten Jahre ein entsprechendes Angebot zur Verfügung zu stellen", so Fricke.

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