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Betagte Traktoren tuckern zum Trecker-TÜV nach Helpsen

"Drum ist auch die Hupe so leise"

Helpsen (mw). Eine kleine Schar von Traktorfahrern hat sich am Helpser Feuerwehrgerätehaus eingefunden, um ihre betagten Vehikel mit einer TÜV-Plakette "segnen" zu lassen. Dabei kam das frühlingshafte Wetter manch einem der Eigner durchaus zu pass, reisten sie doch "oben ohne" an.

veröffentlicht am 18.02.2008 um 00:00 Uhr

TÜV-Prüfer Bernd-Michael Michelis (r.) nimmt den von Eckhard von

Dafür, dass der Termin nicht beim Stadthäger TÜV abgehalten wurde, sondern auf dem Areal in Helpsen, gab es eine simple Erklärung: Etliche der vorgestellten Trecker brächten es gerade mal auf eine Höchstgeschwindigkeit von 20 bis 25 Stundenkilometer, erklärte TÜV-Prüfer Bernd-Michael Michelis. Die Fahrt aus dem Umland nach Stadthagen würde einfach zu lange dauern. Einer dieser Kandidaten war der Deutz "D 5005 luftgekühlt", Baujahr 1965, des Südhorsters Rolf Hartmann. An dessen Gefährt kritisierte Michelis zwar die Lichteinstellung und die geringe Lautstärke der Hupe, den Segen des TÜV gab es aber trotzdem. Eine Geschwindigkeit von 20 Stundenkilometer erreiche sein Trecker "nicht ganz", gab Hartmann zu. Nach heutigen Gesichtspunkten sei es eher ein "Kinderspielzeug". Aber: "Krach macht der genug, darum ist ja auch die Hupe so leise", lachte der Finanzbeamte. Mit einem "Massey Ferguson 35", ab Werkohne Dach, kam Eckhard von Oheimb. Er nutze den Oldtimer, Baujahr 1963, zum Holzholen im Wald. Wegen des fehlenden Wetterschutzes sei es eigentlich ein "Schönwettertrecker". "Aber der springt an, ob Wind und Wetter, sagenhaft", schwärmte von Oheimb. An der Fahrtüchtigkeit des Unikums hatte denn auch der TÜV-Mann keine Zweifel. Alte Liebe rostet nicht, weiß der Volksmund, und wenn doch, dann kann das ganz schön teuer werden: "Da hab ich richtig was investiert", erklärte Halmar Schrötter aus Seggebruch den TÜV-gerechten Zustand seines 1970-er Deutz. Rund 3500 Euro haben unter anderem eine neue Kupplung und Antriebswelle sowie der Austausch von Lagern verschlungen. Zwar "nicht nur zum Angucken", jedoch trotzdem ein Hingucker, war der "Hanomag Perfekt 400" (Baujahr 1964) des Kirchhorsters Wolfgang Nozinsky. Vor sechs Jahren habe er seinen Trecker "komplett aufgearbeitet", erzählte er stolz. Dass er das TÜV-Siegel bekommen würde, daran hatte er keine Zweifel.



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