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BBS-Leiter warnt vor Verordnung

Droht Ende für Berufsschulen im ländlichen Raum?

Stadthagen (jl). Jürgen Steltner, der Leiter der Berufsbildenden Schulen Stadthagen (BBS), hat in einem Gespräch mit den SPD-Landtagsabgeordneten Heiner Bartling und Grant-Hendrik Tonne Alarm geschlagen. Steltner fürchtet um den Bestand der Berufsschulen im ländlichen Raum, falls eine neue Verordnung der Landesregierung Rechtskraft bekommen sollte.

veröffentlicht am 11.11.2008 um 00:00 Uhr

Mit der Verordnung soll nach Angaben des Schulleiters unter anderem das Berufsgrundbildungsjahr (BGJ) durch einjährige Fachschulen ersetzt werden. Zum neuen Konzept, das das Kultusministerium in Hannover entworfen hat, gehören 160 Stunden Praktikum. Steltner befürchtet deshalb eine heftige Konkurrenz der BBS mit den übrigen Schulen um solche Plätze, die im ländlichen Raum knapp seien. Ein weiterer Kritikpunkt: Laut Erlassentwurf dürfen die künftigen Fachschüler und die Auszubildenden aus den Betrieben in den jeweiligen Fachrichtungen nicht gemeinsam unterrichtet werden. Steltner befürchtet, dass die Schülerzahlen in ländlichen BBS deshalb "nicht für das duale System und nicht für die Berufsfachschulen reichen werdenund die Gefahr besteht, dass uns Ausbildungsgänge wegbrechen." Diese Befürchtungen seien auch von etlichen Kollegen bei einer Anhörung der SPD im Landtag zu dem Erlass-Entwurf geäußert worden, unterstrich der Stadthäger BBS-Leiter. Tonne kündigte an, dass seine Fraktion in dieser Sache darauf drängen werde, das Inkrafttreten des Erlasses um ein Jahr zu verschieben. Er habe den Eindruck, dass das Ministerium die Sache im "Schweinsgalopp" durchziehen wolle. Die SPD wird laut Tonne fordern, im Erlass die Erfahrungen der Regionalen Kompetenzzentren zu berücksichtigen. So ein Zentrum mit recht viel Autonomie ist die BBS Stadthagen auch. Und das, was in dem Erlass steht, laufe dem zuwider, meinte Steltner. Da werde Autonomie zugunsten von Zentralismus ausgetauscht. Hinter dem neuen Konzept vermutet der Schulleiter, "dass da gnadenlos Geld eingespart werden soll". "Wir haben den Verdacht, dass die berufliche Bildung zurückgefahren werden soll" vermutet er. Steltner sieht allerdings Handlungsbedarf. Es seien zu viele Jugendliche in den Warteschleifen zwischen den allgemeinbildenden Schulen und dem Berufsleben. Dorthin müssten die jungen Leute früher gebracht werden.

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