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13-Jährige hat Angst um ihr Pferd / Unbekannte schneiden „Sanscho“ Schweif zum Teil ab

Drohbrief: Polizei ermittelt

Wiedensahl. Nötigung und Beleidigung: So lauten die Vorwürfe der Polizei. Nachdem dem Pferd einer 13-jährigen Lauenhägerin ein Teil des Schweifes abgeschnitten worden war und die Jugendliche im Anschluss einen Drohbrief erhalten hatte, ermittelt die Polizei nun gegen unbekannt.

veröffentlicht am 11.12.2013 um 19:38 Uhr

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Autor:

Verena Insinger

Wie berichtet, ereignete sich der Übergriff auf „Sanscho“ zwischen Sonntagabend und Montagnachmittag in dem Stall in Wiedensahl. Einen Tag später, am Dienstag, kam per Post der Brief ins Haus geflattert, adressiert an die 13-jährige Marie Zetzmann. In Krakelschrift drohen „Die Freunde“, wie sie sich selbst nennen, ihrem Pferd wieder etwas anzutun, sollte die Schülerin „ihr Maul“ noch einmal „aufmachen“ (wir berichteten).

Schweißgebadet aufgewacht

Bei Mutter und Tochter herrscht auch einen Tag nach Erhalt des Drohbriefes Ratlosigkeit über die Beweggründe der Taten. „Wir haben mit niemandem Streit, dass meiner Tochter auf diese Art gedroht werden könnte“, sagt Heike Zetzmann, die Mutter von Marie. Für die 13-Jährige ist der Gedanke unerträglich, ihrem geliebten „Sanscho“ könnte etwas zustoßen. „Die letzte Nacht ist Marie schweißgebadet aufgewacht. Glücklicherweise konnte sie wieder einschlafen“, sagt ihre Mutter.

Derweil hat die Stadthäger Polizei die Ermittlungen aufgenommen. Der handgeschriebene Brief wird von kriminaltechnischen Ermittlern auf Fingerabdrücke untersucht. Doch die Erfolgschancen sind nach Auskunft des Polizeipressesprechers Axel Bergmann schlecht. „Das Problem bei Briefen ist, dass sie durch viele Hände gehen.“ Hinzu komme, dass es generell schwierig sei, von Papier verwertbare Abdrücke zu bekommen.

„Sanscho“ ist der Schweif um 30 Zentimeter gekürzt worden.

Da der oder die Unbekannten von „Sanschos“ Schweif lediglich 30 Zentimeter abgeschnitten haben, ermittelt die Polizei nicht noch zusätzlich wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Auch wenn es schwer zu vermitteln sei, wie Bergmann eingesteht, sei diese Tat strafrechtlich nicht relevant.

Doch wegen des Drohbriefes nehme die Polizei den Fall „sehr ernst“, sagt Bergmann. Dass Familie Zetzmann diesen Eindruck anfangs nicht hatte, als sie sich an die Beamten gewandt hatte, bedauern der Pressesprecher und der zuständige Beamte nach eigenen Angaben. Bergmann: „Der Inhalt des Briefes hat selbst mich als langjährigen Polizisten geschockt.“

Er und seine Kollegen vermuten den oder die Täter im sozialen Umfeld der Jugendlichen. Die Drohungen „nehmen wir ernst“, betont Bergmann. Er schließt nicht aus, dass weitere Straftaten gegen das Pferd verübt werden könnten. „Ich glaube aber nicht, dass die 13-Jährige gefährdet ist“, sagt der Pressesprecher. Die Polizei hofft nun auf Hinweise aus dem Umfeld der Jugendlichen.

Täglich mehrere Stallbesuche

Heike und Marie Zetzmann fahren jetzt mehrmals am Tag in den Stall von „Sanscho“. Zu groß sei die Angst, dem Tier könnte etwas zustoßen. Trotz dieser schweren Zeit tröste die Familie die „Anteilnahme von Freunden und Bekannten“. Nachdem der Artikel über den Übergriff auf das Pferd und die Bedrohungen der 13-Jährigen in den SN erschienen war, hätten Mutter und Tochter zahlreiche aufmunternde Worte erhalten. „Auch von Leuten, mit denen wir länger keinen Kontakt hatten. Das stärkt uns ungemein“, sagt Heike Zetzmann. Doch ruhig schlafen könnten die Familienmitglieder erst wieder, wenn der oder die Täter ermittelt sind.

Wer Hinweise zu den Taten geben kann, sollte sich bei der Polizei in Stadthagen melden, Telefon (0 57 21) 4 00 40.



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