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Erster Prozesstag am 4. Dezember

Dritter Versuch: Ex-Hotelier soll vor Gericht

Bad Nenndorf (menz). Am 4. Dezember beginnt vor dem Schöffengericht Stadthagen das Strafverfahren gegen einen ehemaligen kurzzeitigen Pächter des "Hotel Hannover". Zwei Mal hat der 36-Jährige in der Vergangenheit den Prozess platzen lassen und wurde am Ende per Haftbefehl gesucht. Aus gesundheitlichen Gründen befindet sich der Mann gegenwärtig auffreiem Fuß.

veröffentlicht am 27.11.2007 um 00:00 Uhr

Mit der Verhandlung soll im dritten Anlauf endlich begonnen werden - dessen ist sich Strafrichter Kai-Oliver Stumpe trotz allem sicher. Dem einstigen Hotelier werden Bedrohung und Nötigung vorgeworfen. Er soll im November 2005 einer Bekannten seines damaligen Geschäftspartners eine Pistole an die Stirn gesetzt und gedroht haben: "Ich puste dir den Kopf weg!" (wir berichteten). Dass der 36-Jährige mit einer Schreckschusswaffe auf die Frau gezielt hatte, stellte sich erst im nachhinein heraus. Zur Festnahme des Mannes wurde ein Polizeieinsatz aufgeboten, wie ihn die Kurstadt selten erlebt hat. Mehrere Streifenwagen und ein Sondereinsatzkommando waren an der Aktion beteiligt. Mit dem dramatischen Vorfall hatten die Differenzen zwischen dem 36-Jährigen und seinem damaligen Geschäfstpartner den Höhepunkt erreicht. Am Ende waren damit auch zwei Hotelkarrieren erledigt, bevor sie überhaupt richtig in Schwung gekommen wären. Kaum vier Wochen zuvor war das Duo mit hochfliegenden Plänen für den Betrieb des insolventen Hotels gestartet. Laut Zeitungsberichten dachten sie daran, ein "Club-Casino" einzurichten, etwas "mit Flair für ein ausgesuchtes Publikum". Sie träumten anscheinend davon, einen "Publikumsmagneten" zu schaffen -"nicht nur als Attraktion für Bad Nenndorf". Eine kurze Zeitspanne reichte, um die Planung als reine Luftnummer zu enttarnen. Die neuen Betreiber hatten ihre Energie darauf verwendet, um die Verteilung der Chefkompetenz zu streiten und das Personal zu verprellen. Der Insolvenzverwalter musste Hoffnungen begraben, das Haus mit zuletzt 21 Mitarbeitern vor der Schließung bewahren zu können. Der Pachtvertrag mit dem 36-Jährigen und seinem Geschäftspartner musste nach der Eskalation der Konflikte gekündigt werden. Ein Vorwurf aus dem privaten Bereich komplettiert die Anklage gegen den 36-Jährigen, die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er sich gegen eine ehemalige Freundin als Stalker betätigt hat. Die fulminante Geschäftsführung Ende 2005 ist für das ehedem erste Haus am Platze ein kurzes Intermezzo gewesen, heute ist das "Hotel Hannover" wieder in ruhigem Fahrwasser. Neue Betreiber führen das Haus seit November 2005 weiter.



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