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Junge Wähler im Gespräch mit den Landratskandidaten: "Was tun Sie für mehr Ausbildungsplätze?"

Drewes regt Industrie-Sponsoring für Schulen an

Landkreis (crs). "Es gibt zu wenig Ausbildungsplätze, die Ausstattung der Schulen könnte besser sein, und Busse fahren vielleicht mal alle drei Stunden." Mit einigen unbequemen Themen haben Svenja Schönbeck (18, aus Rolfshagen) und Karin Boczek (19, aus Rinteln) den CDU-Landratskandidaten Klaus-Dieter Drewes konfrontiert. In lockerer Atmosphäre auf dem Rintelner Marktplatz haben die beiden Abiturientinnen auf Einladung unserer Zeitung die Positionen beider Landratskandidaten auf Jugendfreundlichkeit abgeklopft, stellvertretend für die vielen anderen jungen Schaumburger, die zum ersten Mal bei einer Kommunalwahl ihr Kreuzchen machen.

veröffentlicht am 16.08.2006 um 00:00 Uhr

Lockere Atmosphäre, unbequeme Fragen: Karin Boczek (v.r.) und Sv

"In Schaumburg suchen noch so viele junge Leute einen Ausbildungsplatz", schneidet Karin ein aktuelles Thema an. "Was wollen Sie ganz konkret für diese Jugendlichen tun?" Klare Ansage vom CDU-Kandidaten: "Ich werde alles daran setzen, dass diese jungen Menschen einen Ausbildungsplatz bekommen." Dazu habe er bereits in der Vergangenheit Engagement gezeigt, betont Drewes: Erst durch seine Initiative seien beim Sparkassenverband, seinem derzeitigenArbeitgeber, wieder Ausbildungsplätze entstanden. Die Verbindungen zu Unternehmen will Drewes nutzen, um "ganz aktiv persönlich um Ausbildungsplätze zu werben". Um hierfür in der Wirtschaft Ansprechpartner zu haben, habe er selber etliche große und kleine Arbeitgeber im Landkreis besucht: "Wesergold in Rinteln gehört natürlich dazu, oder Hautau in Helpsen." Außerdem wolle er eine aktive Informationspolitik betreiben, erläutert Drewes den beiden Abiturientinnen: "Ich stelle mir eine regelmäßige Erhebung vor: Wer sucht was in welchen Branchen?" Unzufrieden sind Karin und Svenja mit der Ausstattung ihrer Schule, des Gymnasiums Ernestinum. "Gerade in den Naturwissenschaften mangelt es an Mobiliar", sagt Karin. "Wir haben den Eindruck, da passiert nicht so viel, da kümmert sich keiner drum..." Da sei der Landkreis direkt gefordert, reagiert Drewes: "Die Schulen müssen ihren Stellenwert bekommen, das ist ganz wichtig." Trotz der schwierigen Haushaltslage müsse der Ausstattung der Schulen Priorität eingeräumt werden. "Etliche Elterninitiativen kümmern sichganz fleißig um die Verbesserung der Situation an den Schulen", lobt Drewes den ehrenamtlichen Einsatz. Aber: "Wir müssen auch über andere Einnahmequellen reden", regt Drewes ein stärkeres Sponsoring der Schaumburger Industrie für die Schulen an. Und: "Wir müssen alle Schulen und alle Schulformen erhalten - kleinere Grundschulen auf dem Land sind wichtig für die Versorgung vor Ort, und die Hauptschule muss in ihrer Außenwirkung wieder stärker von Qualität geprägt sein", betont Drewes die Bestandsberechtigung aller Schulformen. Um Freizeitmöglichkeiten zu nutzen, seien gerade Jugendliche auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen, sagt Svenja. "Der Bus fährt aber zum Beispiel von Rolfshagen aus viel zu selten..." Das im Nordkreis bereits praktizierte Bürgerbus-Modell könnte eine Lösung sein, regt Drewes eine Ergänzung der Bus-Infrastruktur durch ehrenamtliche Fahrer an. Denn eine Ausweitung der Buslinien müsse wohl ein Wunsch bleiben, bedauert Drewes: "Es wäre schön, wenn wir die Linien ausbauen könnten - aber das ist einfach zu teuer." "Und was ist mit dem Fifty-Fifty-Taxi?", hakt Svenja nach. "Das wollen wir gerne mehr einsetzen", lobt Drewes das von der Kreis-CDU entwickelte Modell eines zur Hälfte vom Landkreis gesponserten Disko-Taxis für Jugendliche. "Vielleicht könnte man die Zeiten weiter ausdehnen", überlegt Drewes, "oder das Taxi auch für Senioren einsetzen." Die Abschlussfrage formuliert Svenja: "Ganz kurz und konkret - warum sollten gerade Erstwähler und junge Leute Sie wählen?" Da nennt Drewes zwei Punkte: "Es ist gut, nach vielen Jahren einen Wechsel reinzukriegen, frischen Wind und neue Ideen von außen." Außerdem seien seine eigenen drei Kinder ebenfalls noch relativ jung: "Ich habe das alles als Vater miterlebt, von dem elterlichen Engagement in der Schule über die Bundeswehr-Zeit bis zur Lehrstellensuche." Lesen Sie morgen: Karin Boczek und Svenja Schönbeck im Gespräch mit dem SPD-Landratskandidaten Heinz-Gerhard Schöttelndreier.

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