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Torsten Reinecke zum Realschulrektor ernannt / Leise Hoffnung auf die Gesamtschule kommt auf

"Dreizügiges Schulsystem ist todsterbenskrank"

Obernkirchen (sig). Seine Einarbeitungsphase als Leiter des Schulzentrums "Am Ochsenbruch" hat Torsten Reinecke hinter sich. Am Dienstag erhielt er aus den Händen des Regierungsschuldirektors Jürgen Landfester seine Ernennungsurkunde zum Realschulrektor. Zu diesem besonderen Ereignis kamen zahlreiche Vertreter der Öffentlichkeit, der Eltern und Schüler in das Schulforum. Komplett vertreten war natürlich das Lehrerkollegium.

veröffentlicht am 15.11.2007 um 00:00 Uhr

Buntes Rahmenprogram: Der neu zusammengesetzte Schulchor erfreut

Konrektor Hartmut Drygala freute sich, dass er gleich drei ehemalige und einen amtierenden Schulleiter begrüßen konnte. Die "Riege" der Ruheständler ist schnell aufgezählt: Auf Herbert Zersen, der bis zum Regierungsschuldirektor aufstieg, folgten Friedel Weihmann und Wolfgang Fließ, der am 1. August in Pension ging. Drei Mitglieder des Lehrerkollegiums hatten das Vergnügen, unter allen vier Chefs dem Lehrerkollegium anzugehören. Dazu gehört auch Hartmut Drygala, der seine Erfahrungen mit den Führungskräften so zusammenfasste: "Unter der Leitung von Herbert Zersen habe ich nur kurze Zeit gedient; Friedel Weihmann hat mich gefördert, und Wolfgang Fließ hat mich gefordert. Torsten Reineckes jugendlicher Elan, sein Tatendrang, aber auch sein besonnenes Vorgehen haben bei mir einen Motivationsschub ausgelöst, so dass ich noch einmal über den Zeitpunkt meiner Pensionierung nachdenke." Drygala bekannte, dass er an Torsten Reinecke gern seine Erfahrungen und Kenntnisse weitergebe, damit er die Strukturen und Eigenheiten dieser Schule möglichst schnell kennen lernt. Die angebahnte partnerschaftliche Zusammenarbeit auf gleicher Augenhöhe verheiße Gutes für die Zukunft, erklärte der Konrektor. Den Namen der Schule wolle Reinecke, so Drygala, durchaus beibehalten, aber dem vorhandenen Logo hat er folgenden Text zugefügt: "Miteinander lernen - miteinander leben". Der Konrektor könnte sich noch den weiteren Zusatz vorstellen: "Voneinander lernen". Das sei das Markenzeichen einer Schulform, die Obernkirchen zurzeit zwar noch nicht habe, aber nach Kräften anstrebe: die Gesamtschule. Die Umsetzung der eigenverantwortlichen Schule ist nach Drygalas Worten im vollen Gang. Es gebe nun den Schulvorstand und eine Steuergruppe, deren Arbeit jetzt beginnen müsse. In nächster Zeit stehe zudem die Schulinspektion an. Der stellvertretende Schulleiter lobte auch die Einstellung des Kollegiums zu den anstehenden Änderungen. Es gebe von den Lehrkräften bereits viele gute Ideen zur Weiterentwicklung der Schule. Nach diesem durchaus optimistischen Ausblick ging Regierungsschuldirektor Jürgen Landfester auf den beruflichen Lebenslauf von Torsten Reinecke ein. Erst nach seiner vorausgehenden Ausbildung zum Vermessungstechniker habe er sich für die schulische Laufbahn entschieden und 1990 mit dem Lehrerstudium begonnen. Nach seiner ersten Anstellung an einer Herforder Realschule hatte Torsten Reinecke zuletzt in Rodenberg den Posten des 2. Konrektors inne und in dieser Funktion sowie als Fachbereichsleiter bewiesen, dass er alle Voraussetzungen zur erfolgreichen Führung einer Schule besitzt. Das attestierte ihm Landfester nachdrücklich. Er übergab ihm die Ernennungsurkunde und wünschte Torsten Reinecke für seine neuen Aufgaben eine glückliche Hand. Die Kreisrätin Eva Burdorf vom Landkreis Schaumburg sprach von bevorstehenden großen Veränderungen. Die überlieferte Schulstruktur stehe in Frage wegen der stark nachlassenden Zahl der Hauptschüler. Sie sei sehr gespannt, was nach der Landtagswahl geschehe und wie das Obernkirchener Schulzentrum wohl in zwei Jahren aussehen werde. Die Bergstadt sei zweifellos ein guter Standort für eine neue Gesamtschule. Der Landkreis werde sich noch in diesem Jahr mit den vorliegenden Anträgen der Städte und Samtgemeinden befassen. Bürgermeister Oliver Schäfer ergänzte dazu: "Wir freuen uns auf die zweite Chance, die wir bekommen, und stehen voll hinter dieser notwendigen Umwandlung zu einer Gesamtschule" Ganz drastisch formulierte der ehemalige Schulleiter Wolfgang Fließ die Situation: "Das dreizügige Schulsystem ist nicht nur bettlägerig, sondern es ist todsterbenskrank; diese Erkenntnis wünsche ich allen Parteien!" Und dann fügte er lächelnd hinzu: "Wenn Obernkirchen die Gesamtschule erhält, spendiere ich ein 50-Liter-Fass Bier!" Man wird ihn daran erinnern... Die gesamte Feier wurde von Darbietungen des neu gebildeten Schulchors, der Theater-AG und der Dance-AG umrahmt.

Torsten Reinecke (r.) erhält vom Regierungsschuldirektor Landfes
  • Torsten Reinecke (r.) erhält vom Regierungsschuldirektor Landfester seine Ernennungsurkunde.
Das Lehrerkollegium schenkt dem Chef eine rockige Jeansjacke zum
  • Das Lehrerkollegium schenkt dem Chef eine rockige Jeansjacke zum Motorradfahren.


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