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Von der Weide weg: Ausbaldowert, angelockt und aufgeladen / "Wer macht denn bloß sowas?"

Drei Monate altes Galloway-Kalb gestohlen

Antendorf (la). "Wer macht denn bloß sowas?" fragt sich Gerda Buddensiek. Ihre Familie züchtet seit 1988 Galloway-Rinder. Als Gerda Buddensiek am vergangenen Donnerstag morgens zu ihrer Weide ging, um die zwölf Tiere zu füttern, stellte sie erschrocken fest, dass ein erst drei Monate altes Kalb fehlte. "Wir haben überall gesucht und gesucht, aber uns wurde auch schnell klar, dass sich ein so junges Tier nicht freiwillig von der Mutter entfernt", sagt die Antendorferin. Die Zäune waren rundherum heil und das Muttertier blökte, weil es sein Junges vermisste. Das Tier musste in der Nacht gestohlen worden sein.

veröffentlicht am 23.02.2007 um 00:00 Uhr

In diesem Bereich der Wiese müssen die Diebe das Kalb auf einen

"Dabei ist das gar nicht so einfach", erzählt Gerda Buddensiek. Um die Tiere in die Nähe des Zauns zu bekommen, müssten die Diebe das Vieh mit Licht oder Brot angelockt haben. Es sei auch nicht ungefährlich, sich dem Kalb zu nähern, weil es vom Muttertier beschützt wird. "Die müssen mit mehreren Personen da gewesen sein, das Muttertier abgelenkt haben und sich dann das etwa 30 Kilogramm schwere Kalb geschnappt haben", meint Gerda Buddensiek. Die Tiere hätten sicher in der Nähe der Raufe gestanden, in einem Bereich, wo man gut mit einem Auto mit Anhänger vorfahren kann. An der Kreisstraße 62, von wo aus man Einblick auf die Wiese und die Scheune hat, fand die Polizei einige Zigarettenkippen und Fahrzeugspuren. "Da haben die Diebe bestimmt gestanden und die Lage ausbaldowert", vermutet die 70-jährige Landwirtin. Rund 1000 Euro ist ein Galloway-Kalb wert. Die Familie Buddensiek ist erschüttert und traurig. "Wir machen uns so viel Arbeit mit den Galloways, und dann kommen da welche und klauen einfach ein Kalb", sagt Gerda Buddensiek verärgert. Die ganze Familie hängt mit ihrem Herzen an den Tieren. "Vor allem die Kleinen sind so hübsch und niedlich anzusehen", sagt Gerda Buddensiek. Die Schwester des gestohlenen Kalbes muss jetzt allein aufwachsen, und das Muttertier vermisst ihren Nachwuchs schmerzlich. Die Familie Buddensiek züchtet seit 1988 Galloways und führt einen anerkannten Zuchtbetrieb. "Wir haben damals damit angefangen, weil die Landwirtschaft nicht mehr rentabel war", erinnert sich Gerda Buddensiek. Heute hilft die 70-Jährige nur noch aus. Ihr Sohn Wilhelm und Schwiegertochter Anastasia betreuen die Zucht. Die Tiere werden geschlachtet und das Fleisch verkauft oder für den Eigenbedarf genutzt. Galloways sind eine derältesten Rinderrassen der Welt. Sie stammen aus Südwest-Schottland, sind extrem widerstandsfähig, robust und langlebig. Sie leben ganzjährig im Freien. Die Kälber leben ausschließlich von der Milch der Mutter. Die Tiere haben mit 20 Jahren eine hohe Lebenserwartung. Sie leben im Herdenverbandund sind in der Regel friedfertig und personenbezogen.

Der 14-jährige Wilhelm Buddensiek kümmert sich liebevoll um die
  • Der 14-jährige Wilhelm Buddensiek kümmert sich liebevoll um die Galloways. Fotos: la
Nach dem Diebstahl ist die Galloway-Herde der Familie Buddensiek
  • Nach dem Diebstahl ist die Galloway-Herde der Familie Buddensiek auf zehn Tiere geschrumpft.
Das drei Monate alte Galloway-Kalb vermisst seine "Schwester".
  • Das drei Monate alte Galloway-Kalb vermisst seine "Schwester".

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