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Mit dem Abi kann an jeder Uni studiert werden / Imagekampagne eines der drei Fachgymnasien im Landkreis

Drei Jahre Zeit zum Lernen an den Fachgymnasien

Hameln-Pyrmont (ni). „Puddingabitur“ hieß es früher despektierlich, auch „Schmalspurabitur“ oder – etwas respektvoller – „Fachabi“. Auf jeden Fall sollte die Wahl des Wortes eines deutlich machen: Ein vollwertiges Abitur, so wie am Gymnasium erworben, hatten die Schüler der Handelslehranstalt in Hameln nicht in der Tasche und durften darum auch nicht alles studieren was sie wollten.

veröffentlicht am 24.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 05:41 Uhr

Die Imagebroschüre des Fachgymnasiums Wirtschaft. Foto: Dana

Hameln-Pyrmont (ni). „Puddingabitur“ hieß es früher despektierlich, auch „Schmalspurabitur“ oder – etwas respektvoller – „Fachabi“. Auf jeden Fall sollte die Wahl des Wortes eines deutlich machen: Ein vollwertiges Abitur, so wie am Gymnasium erworben, hatten die Schüler der Handelslehranstalt in Hameln nicht in der Tasche und durften darum auch nicht alles studieren was sie wollten. Früher ist längst vorbei, doch die Vorstellungen von damals leben bis heute als Vorurteil weiter – und tun dem Fachgymnasium Wirtschaft an der Handelslehranstalt zutiefst unrecht. Denn „bei uns kann man ein stinknormales Abitur machen“, stellt Oberstudienrat Norbert Deide die Fakten klar. Und jeder Schüler, der diese Hürde erfolgreich genommen hat, „kann ein beliebiges Studium an jeder Universität oder Fachhochschule in Deutschland aufnehmen“.

34 Prozent aller Abiturienten des Landkreises Hameln-Pyrmont haben in diesem Jahr ihr Abi an einem der drei Fachgymnasien des Landkreises Hameln-Pyrmont erworben.

Beginnend mit Klasse elf, „sind Fachgymnasien die einzige Schulform im Sekundarbereich II, die den Schülern drei Jahre Zeit gibt bis zum Abitur“, sagt Deide und sieht darin ein Privileg. Es verschaffe den Jugendlichen Luft beim Lernen und Luft für Bildung jenseits der reinen Wissensvermittlung und Büffelei für den angestrebten Abschluss. Arbeitsgemeinschaften in den kreativen Bereichen wie Musik, Kunst und Theater gehören darum ebenso zum schulischen Angebot wie Studienfahren ins europäische Ausland und Austauschprojekte mit Kooperationsschulen in acht europäischen Ländern. Deide: „Unser Ziel ist es, dass jeder Schüler wenigstens einmal die Gelegenheit zu einem Auslandspraktikum erhält.“

Wer sich für das Fachgymnasium Wirtschaft entscheidet, sollte sich laut Deide „zumindest für wirtschaftliche Angelegenheiten interessieren“. Und sollte außerdem Interesse daran haben, „rauszukommen aus dem Elfenbeinturm Schule“, um bei Projekten in enger Zusammenarbeit mit heimischen Unternehmen die betriebliche Wirklichkeit kennenzulernen.

Um das in der Öffentlichkeit immer noch weitverbreitete Bild von einem Fachgymnasium mit beschränkter Qualifikation zu korrigieren, haben Schüler und Lehrer der HLA jetzt eine Image-Broschüre mit dem Titel „Abitur & Berufliche Kompetenzen“ erarbeitet. Darin klären sie auf, was Schülern am Fachgymnasium Wirtschaft gefordert und geboten wird.

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